FAQ

Allgemeine Fragen

Wieso vegan und nicht vegetarisch?

Wer vegetarisch lebt, tut dies meist mit der Absicht, keine Tiere zu töten. Doch nicht nur für Fleisch leiden und sterben Tiere, sondern auch für alle anderen tierlichen Produkte wie beispielsweise Milch und Eier. Die vegane Lebensweise vermeidet Tierleid so konsequent wie irgend möglich. Mehr dazu hier.

Wie viele VeganerInnen gibt es in der Schweiz?

Es gibt keine verlässlichen und aktuellen Zahlen für die Schweiz, die Daten werden nicht statistisch erhoben. Die Vegane Gesellschaft Schweiz geht davon aus, dass aktuell rund 1 % der Schweizer Bevölkerung vegan lebt. Unabhängig davon ist das Interesse an der veganen Ernährung allerdings nachweislich stark gestiegen: Es gibt immer mehr vegane Angebote in Läden und Restaurants. Die Google-Trend-Analyse zeigt seit 2007 einen markanten Anstieg der Suche nach „vegan“.

Interviews mit uns für Medien und Schularbeiten

Bitte fragen Sie uns ungeniert an. Medienschaffende können sich gerne direkt an unsere Medienstelle wenden.

SchülerInnen, die eine Arbeit schreiben und uns Fragen stellen möchten, sind ebenfalls willkommen. Aus Zeitgründen sind wir froh, wenn wir Fragen schriftlich beantworten können via info@vegan.ch und wir freuen uns, wenn wir die Abschlussarbeit lesen dürfen.

Was bringt mir eine Mitgliedschaft und/oder eine Spende?

Als Mitglied und mit einer Spende kannst du einen wertvollen Teil zur Veganförderung in der Schweiz beitragen. Wir sind, dank deiner finanziellen Unterstützung, sozusagen dein verlängerter Arm und können uns für eine nachhaltigere und tierfreundlichere Ernährung in der Schweiz einsetzen.

 

Mit deiner Mitgliedschaft und/oder Spende können wir …

  • … Projekte planen und sie auch umsetzen (z.B. „Tiere essen“).
  • … im Namen einer wachsenden Anzahl Personen öffentlich für die veganen Anliegen einstehen.
  • … weiterhin eine Plattform für vegan-interessierte Menschen anbieten und sie stetig ausbauen.
  • Unterstützung für Menschen gewährleisten, die auf eine rein pflanzliche Ernährung umsteigen möchten.
  • … Restaurants, Läden und Firmen bei der Gestaltung eines veganen Angebots beraten.
  • … intensiv Medienarbeit betreiben.

 

Als Mitglied

  • wirst du regelmässig über den Fortschritt und die Aktivitäten des Vereins informiert (ca. 3x pro Jahr per Mitglieder-Mail).
  • erhältst du an der jährlichen Generalversammlung Einblick in die Zahlen und kannst mitentscheiden, wohin die vegane Reise geht.
  • kannst du natürlich auch gerne aktiv mitmachen!

Spezifische Fragen

Wieso sagt ihr tierlich und nicht tierisch?

Analog zu menschlich verwenden wir tierlich, um damit auf die Forderung nach einer grundlegenden Änderung in der Beziehung zu nichtmenschlichen Tieren aufmerksam zu machen. Zudem finden wir einfach, dass es sich sympathischer anhört.

So viele Menschen leiden. Wäre es nicht sinnvoller, sich zuerst um sie zu kümmern?

In der Tat leidet eine ungeheure Anzahl Menschen aufgrund Armut, Ausbeutung usw. Der Veganismus berücksichtigt auch diese Probleme und umfasst die Minimierung von negativen Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt. Zudem hat ein Tier keine Stimme, keine Rechte und keine Möglichkeit, sich zu wehren und verdient daher als schwächstes Glied der Gesellschaft auch unseren Schutz. Und nicht zuletzt engagieren sich viele vegan lebende Menschen nicht nur für Tierrechte, sondern auch explizit für z.B. Menschenrechte oder setzen sich für die Gleichstellung der Geschlechter ein.

Menschen sind aber keine Tiere!

Die Biologie lehrt uns, dass auch wir Menschen Tiere sind. Wir sind Säugetiere aus der Ordnung der Primaten und zur Unterordnung Trockennasenaffen und dort wiederum zur Familie der Menschenaffen (Hominiden). Unsere nächsten Cousins und Cousinen heissen Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans.

Warum wird nur wenig über die Hintergründe zur Ernährung mit und dem Konsum von tierlichen Produkten berichtet? Und warum wird oft falsch informiert?

Tiere haben heute immer noch den Status einer Ware. Sie sind ein leicht verfügbares Konsumgut, mit dem schnell viel Geld zu verdienen ist. Sie haben bis jetzt nur eine kleine Lobby, die sie und ihre Rechte vertritt. Es besteht bis jetzt kein allgemeines Interesse daran dies zu ändern, denn dazu müssten ganze Wirtschaftszweige, Traditionen und Bequemlichkeit aufgegeben werden. Wir arbeiten daran, diesen bedauernswerten Umstand zu ändern. Machst du mit?

Pflanzen leiden aber auch.

Schmerzen empfinden hat sich evolutionär entwickelt und ist ein wichtiger Faktor, um Leid empfinden und sich davor schützen zu können. Ein Beispiel: Wer einmal die Hand auf eine heisse Herdplatte gelegt hat, wird das mit grosser Wahrscheinlichkeit nie mehr tun. Pflanzen können nicht vor grasenden Tieren fliehen. Pflanzen haben, nach heutigem Wissenstand, keine Nerven oder andere Strukturen, die sie befähigen würden zu leiden. Sollte sich das einmal als grosser Irrtum erweisen, wäre eine vegane Lebensweise die effektivste, um Pflanzenleid zu verhindern. Für die Produktion von 1 kg Fleisch werden bis zu 16 kg Pflanzen (z.B. Getreide benötigt.

Warum keine Milch?

Das Bild der Milchkuh in der Schweiz ist geprägt von idyllisch grasenden Kühen auf der Weide, die Realität ist jedoch eine ganz andere. Die meisten Kühe leben einen Grossteil der Zeit in Anbindehaltung und sehen nur während der vorgeschriebenen 90 Tage das Tageslicht. Fast alle Kühe werden zudem enthornt, obwohl ihre Hörner wichtig für z.B. das Sozialverhalten und die Körperpflege sind.

 

Kühe geben nicht einfach Milch. Wie alle Säugetiere geben sie nur dann Milch, wenn sie ein Baby haben. Sie werden deshalb ab ihrem zweiten Lebensjahr regelmässig zwangsgeschwängert und gebären immer wieder Kälbchen. Diese werden ihnen üblicherweise kurz nach der Geburt weggenommen, da die für sie gedachte Milch für den Menschen bestimmt ist. Ein Teil der Kälber ist für die Rindermast bestimmt und wird nach etwa einem Jahr getötet. Die weiblichen Tiere folgen ihren Müttern, sie erwartet ebenfalls ein Leben als Milchkuh.
Mehr zur Frage „Warum keine Milch?“ und pflanzlichen Alternativen findest du in unserem Online-Artikel.

Warum keine Eier?

Das Ei gilt als unverzichtbare Zutat in unzähligen Rezepten und Produkten. Seinem positiven Image konnten weder Salmonellen- noch Dioxinskandale wirklich etwas anhaben, und die grausame Käfighaltung wurde in der Schweiz bereits 1992 verboten. Seit den 1960er-Jahren teilen wir die Hühnerwelt strikt in zwei Zuchtlinien:  “Legehennen” für die Eierproduktion und schnell an Gewicht zulegende “Masthühner” für die Fleischproduktion. Hühner werden zu reinen Maschinen degradiert, das Tierwohl bleibt bei den hochtechnologisierten Abläufen in dieser Industrie auf der Strecke. Besonders traurig ist der Umstand, dass in der Schweiz jährlich 2.3 Millionen männliche Küken am Schlupftag vergast oder geschreddert werden, weil sie nicht zum Eierlegen taugen.
Mehr zur Frage „Warum keine Eier?“ und pflanzlichen Alternativen findest du in unserem Online-Artikel.

Warum kein Fleisch?

Hinter jedem Stück Fleisch steckt ein getötetes Lebewesen. Ein fühlendes Individuum, das geboren wurde, um nach einem Bruchteil seiner natürlichen Lebensspanne für einen kurzen menschlichen Gaumenkitzel geschlachtet zu werden. Unmengen an Getreide und Soja werden an die sogenannten Nutztiere verfüttert, während eine Milliarde Menschen Hunger leidet. Regenwald wird für gigantische Tierfarmen und den Futtermittelanbau abgeholzt. Nicht zuletzt ist der Verzehr von Fleisch gesundheitlich bedenklich. Fleisch ist ein Stück Lebenskraft – aber nur, solange es lebt.
Mehr zur Frage „Warum kein Fleisch?“ und pflanzlichen Alternativen findest du in unserem Online-Artikel.

Ist vegan gesund?

Obwohl eine gesunde Ernährung für unser Wohlergehen zentral ist, ist sie heute an den Schulen leider höchstens ein untergeordnetes Thema. Sogar Ärzte und Ärztinnen beschäftigen sich während ihrer Ausbildung nur am Rande damit. Es ist deshalb wenig erstaunlich, dass die meisten Menschen ihr Wissen über Ernährung nicht aus wissenschaftlichen Quellen sondern aus Traditionen, Gewohnheiten und der Werbung gewinnen. Es besteht kein Zweifel darüber und ist wissenschaftlich anerkannt, dass eine wohlgeplante vegane Ernährung in allen Lebenslagen gesund und empfehlenswert ist. Das bestätigt auch die „Academy of Nutrition and Dietetics“ – die weltweit grösste Vereinigung von ErnährungswissenschaftlerInnen – in ihrem Positionspapier.
Fundierte Infos und viele Tipps zu einer ausgewogenen und rein pflanzlichen Ernährung findest du auf unserer Webseite und in unserer Broschüre „Besser essen“.

Ich habe gehört, dass Kinder nicht vegan ernährt werden sollten. Stimmt das?

Eine wohlgeplante vegane Ernährung eignet sich für alle Lebensalter: Von der Schwangerschaft  zur Stillzeit, für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ebenso Senioren und Seniorinnen. Für Eltern haben wir einen Online-Leitfaden zusammengestellt sowie eine Broschüre mit vielen Tipps für den Alltag.
Möchtest du deinen Kindern den Spass am Kochen näherbringen? Dann empfehlen wir dir gerne die Kochkurse der „Chinderchuchi“, wo Kinder mit viel Spass und unter der Leitung von Fachleuten erste Entdeckungstouren in die vegane Küche unternehmen können.

Ist vegan ökologisch?

Klimawandel, Umweltzerstörung, Ressourcenknappheit – das sind Begriffe, die uns täglich begegnen. Unser Konsum spielt bei der Entstehung dieser Probleme eine zentrale Rolle. Denn die Wahl unserer Nahrung wirkt sich weit über unseren Tellerrand hinaus aus. die UN sagte bereits 2010 in einem Bericht: „A global shift towards a vegan diet is vital to save the world from hunger, fuel poverty and the worst impacts of climate change“. (Eine globale Umstellung auf eine vegane Ernährung ist lebensnotwendig, um die Welt vor Hunger, Energiearmut und den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu retten.)
Mehr Hintergrundwissen zum Thema Ökologie/Umwelt findest du in diesem Artikel.

Ich möchte gerne vegan leben, wie starte ich am besten?

Wir haben für dich eine Seite mit vielen konkreten Tipps und eine ganze Menge nützlicher Links zusammengestellt. Dort findest du aktuelle Termine für Shoppingtouren und Kochtreffen, zudem Links zu Kochkursen und Facebook-Gruppen, mit deren Hilfe du dich mit Gleichgesinnten aus deiner Region vernetzen kannst. Unser Online-Kalender bietet dir zudem einen Überblick zu verschiedenen Anlässen in deiner Region. Besonders empfehlen können wir dir Stammtische, die an vielen Orten stattfinden.

 

Auch für das vegan einkaufen haben wir dir ebenfalls eine Fülle an Informationen zusammengestellt.

 

Wenn du mal keine Lust hast, selber zu kochen, dann geniesse auswärts ein veganes Essen. Hier findest du eine Auflistung einiger Restaurants, in denen du easy und ohne Vorankündigung rein pflanzliche Gerichte geniessen kannst. Die Liste ist nicht vollständig, ständig kommen neue Angebote hinzu. Hin und wieder einen Blick reinwerfen lohnt sich.
Ausserdem kannst du kostenlos unsere beiden Einstiegs-Broschüren „Achtung, fertig, vegan“  und „Vegan Basics“ bestellen oder direkt als PDF downloaden.

Meine Frage wurde nicht beantwortet, was kann ich tun?

Melde dich bei uns, am besten per Mail an info@vegan.ch, und schildere uns deine Fragen/dein Anliegen. Falls du auf Facebook bist, erfährst du über unsere Facebook-Seite täglich spannende News rund um „Vegan in der Schweiz“.