Kleine TierrechtlerInnen auf Youtube

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Es erinnern sich sicherlich alle an Luiz Antonio, der im Juni 2013 ein Star der sozialen Medien wurde. Luiz und seine Mutter führen in einem Video in melodischem Portugiesisch einen Dialog über das Essen eines Oktopus’, eine Minute später dann über das Essen von Tieren allgemein: «Oktopusse sind Tiere…. Sie alle sind Tiere. Fische sind Tiere. Oktopusse sind Tiere… Hühner sind Tiere…. Rinder sind Tiere… Schweine sind Tiere.» stellt er klar – und er ergänzt: «Also… wenn wir Tiere essen, müssen sie sterben!» Bämm!

Verständlich, dass das Video besonders von VegetarierInnen und VeganerInnen eifrig geteilt wurde. Doch auch ausserhalb der fleischlosen Community wurde es herumgereicht. Da das Original-Video von der Mutter wieder gelöscht worden ist, ist unklar, wieviele Klicks es erzielte. Aber all die Kopien von dem Video, die hochgeladen wurden, kommen zusammen immernoch auf mehrere Millionen.

Findige Eltern haben da wohl eine Möglichkeit gewittert, ihren Kindern (ungefragt) zu YouTube-Fame zu verhelfen. Ein Schelm, wer denkt, das Thema würde von den Eltern absichtlich angeschnitten. Sobald das Thema Tierethik initiiert ist (meistens geschieht das mit Fleisch auf dem Teller) und der Liebling erwartungsgemäss reagiert, scheinen die Eltern ihr Handy zu zücken. «Action!»


«Hühner? Nein, niemand isst Hühner. Das sind Tiere.»
Luiz Antonio einige Sekunden, bevor er mit der Wahrheit konfrontiert wird.

«Ich werde keine Tiere essen!» Die Mutter hinter diesem Video kitzelt systematisch die gewünschten Antworten aus ihrer Tochter. Am Ende fragt sie: «Glaubst du, dass sie [die Tiere] leiden?» Mit der Antwort der Kleinen sind wir auf jeden Fall einig: «Ich glaube, dass sie es nicht mögen, im Ofen gekocht zu werden.»

Dieses Mädchen weint: «Ich mag es nicht, wenn Menschen Tiere zerhacken.»…«Warum werden Tiere zerhackt?» Ihr Vater entgegnet: «Weil sie gut schmecken.» – Keine befriedigende Antwort für seine Tochter. Sie will Vegetarierin werden.

Dieser Junge namens Ollie hatte einige Monate vor diesen Aufnahmen einen Gnadenhof besucht. Als dieses Video aufgenommen wird, hat er jedoch gerade einen normalen Zoo-Besuch hinter sich und empört sich darüber, wie die Tiere gehalten werden: «Das ist wie ein Gefängnis!»…«Die Tiere sind nicht unartig, sie wollen doch bloss raus!» Es fällt hier besonders auf, wie wohlwollend die Eltern dem Jungen zusprechen. Offensichtlich teilen sie die Tierrechts-Ansichten des Kleinen.


Diese junge Rebellin will erstmal «die bösen Männer umbringen, damit die Kühe ihre Kälber füttern können.» Ihre kämpferische Ansage ist zuckersüss: «Lasst uns die Babies retten!» Auch ihre Mutter scheint damit einverstanden zu sein. Das Ganze wirkt jedoch schon sehr inszeniert.

Natürlich spricht aus veganfördernder Sicht einiges dafür, möglichst viele provegane Video-Statements von Kindern zu posten. Bloss wenn die Szenen nötigend wirken oder man das Gefühl hat, dass sie einstudiert sind, hinterlässt sowas natürlich einen eher schalen Nachgeschmack.

 

Kommentare

3 Kommentare

  • Man könnte manches auch als emotionalen Kindsmissbrauch bezeichnen. Da spricht aus veganer Sicht dann gar nichts mehr dafür.

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    • @Hans Man könnte aber auch der Wahrheit ins Auge sehen und einsehen dass vieles was den Tieren zugemutet wird absolut nicht nötig wäre. Wir leben in einem Zeitalter in dem man durchaus erwarten darf Dinge zu hinterfragen und Alternativen zu suchen. Darüber hinaus sind im Gegensatz zu den Erwachsenen Kinder wesentlich ehrlicher und haben die Courage ihre Meinung zu sagen, das hat nichts mit Missbrauch zu tun. Und wer dass schon nicht erträgt der sollte vielleicht gar kein Fleisch mehr Essen. Wenn ich solche Kommentare lese bleibt mir echt die Spucke weg, mit dem Finger auf andere zeigen ist so einfach….stattdessen wäre es äusserst Ratsam bei sich selber mal anzufangen.

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      • @Thomas: Nichts anderes als der Wahrheit ins Auge schauen tue ich. Und da sieht man dann so im Auge der Wahrheit, dass diese Kindervideos oft hart an der Grenze zu emotionalem Kindsmissbrauch sind. Es hat auch nichts mit kindlicher Unbekümmertheit oder Ehrlichkeit zu tun, wenn Eltern ihre Kinder emotional zu einer bestimmten Aussage nötigen.
        Im übrigen sind die ethischen Minimalanforderungen an Produkte, die ich kaufe, dass sie vegan oder ethisch besser als vegan sind. Es liegt mir fern von den Problemen bei der Tierhaltung abzulenken.

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