Was ist der Unterschied zwischen «vegan» und «rein pflanzlich»?

Als Mitglied wirst du: 

  1. Zu unserer legendären, jährlichen Mitgliederversammlung eingeladen.
  2. Du bestimmst wohin die vegane Reise geht! 
  3. Du bekommst zur Begrüssung unser begehrtes Vegan-Welcome-Päckli. 

The time is now, sei dabei!

Die beiden Begriffe werden meist synonym verwendet, doch sie bedeuten nicht dasselbe. Einige Beispiele zeigen: Ein pflanzliches Produkt ist nicht automatisch vegan.

 

Was bedeutet pflanzlich?

Auf Pflegeprodukten und vor allem Esswaren finden sich vermehrt die Worte «rein pflanzlich». Damit ist gemeint, dass das Produkt aus 100% pflanzlichen Zutaten besteht. Auch Pilze und Hefe sind hier mitgemeint – Hauptsache, keine Tierprodukte.

 

Was bedeutet pflanzenbasiert?

Eine genaue Definition von pflanzenbasiert oder «plant-based» existiert nicht. Damit kann eine rein pflanzliche Ernährung gemeint sein, aber auch eine vegetarische oder flexitarische, die vorwiegend auf pflanzlichen Zutaten aufbaut.

Der Begriff hat sich in den letzten Jahren verändert. So stand «plant-based» früher für eine gesunde Ernährung aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Gemüse, gelegentlich vielleicht mit wenigen Tierprodukte. Heutzutage wird der Begriff praktisch synonym mit «rein pflanzlich» verwendet. Oft auch für Produkte, die viel Zucker oder Fett enthalten.

Es gibt aber immer noch Ausnahmen: So darf sich ein Restaurant plant-based nennen, obwohl es auch Fleisch anbietet. Das muss aber gut gekennzeichnet werden. Bezeichnet ein Lokal ein Menü als pflanzenbasiert, sollte dieses weder Fleisch, noch Eier, Milch(-produkte), Honig oder andere Produkte, die vom Tier stammen, beinhalten. Denn für Konsument*innen bedeutet ein Menü, das als plant-based bezeichnet wird, dasselbe wie rein pflanzlich.

 

Was bedeutet vegan?

Während sich «pflanzlich» und «plant-based» vorwiegend aufs Essen beziehen, geht es beim Veganismus um die gesamte Lebensweise. Veganismus ist also der Überbegriff, die pflanzliche Ernährung ein Teil davon. Weitere Aspekte betreffen beispielsweise Mode oder die Unterhaltungsbranche, wenn das Tragen von Leder oder das Besuchen von Zirkussen mit Tieren gemieden wird.

Beim veganen Lifestyle wird also jegliche Nutzung von Tieren vermieden. Ein Hotel würde sich pflanzlich nennen, wenn es vegane Verpflegung anbietet. Ein veganes Hotel würde aber auch keine Tierprodukte als Einrichtungsgegenstände verwenden, wie z.B. ein Kuhfell als Teppich. Es gibt auch einige Lebensmittel, die zwar pflanzlich sind, bei deren Herstellungsprozess jedoch Tiere genutzt werden. Somit können sie nicht mehr als vegan bezeichnet werden. Nachfolgend einige Beispiele.

 

Pflanzlich, aber nicht vegan:

  • Pflegeprodukte oder Medikamente, die zwar keine Tierprodukte enthalten, aber an Tieren getestet wurden. 
  • Wein, der mit Fischblase geklärt wurde – zwar befinden sich im Wein keine Bestandteile vom Tier, doch für die Herstellung wurden Teile vom Fisch benutzt.
  • Kondome, deren Kautschuk mit dem Milchprotein Kasein behandelt wurde. Auch sie enthalten nachher keinerlei Kaseinrückstände mehr, wurden aber mit Tierprodukten bearbeitet.

 

Wie du siehst, finden sich in vielen Produkten Inhaltsstoffe vom Tier, oder zumindest wurden Tierprodukte für deren Herstellung verwendet. Deshalb ist eine zu 100% konsequente vegane Lebensweise aktuell kaum möglich. Aber hey, darum geht es ja auch nicht, es ist schliesslich kein Wettbewerb. Was zählt ist die Einstellung, möglichst wenig Tierleid verursachen zu wollen. 

 

Das Ganze geht übrigens auch umgekehrt. Hier zwei Beispiele von Lebensmitteln, die vegan, aber nicht pflanzenbasiert sind:

 

  • Glacé aus der «veganen Kuhmilch» der Firma Perfect Day, die aus Molken-Mikroflora mithilfe der Fermentation von Molke und Kasein hergestellt wird. Das Resultat ist identisch mit Kuhmilch – ohne, dass es dafür eine Kuh gebraucht hätte. Wir haben hier darüber berichtet. Der Ursprung (Bakterien) liesse sich pflanzenbasiert nennen, weil keine Tierprodukte dafür gebraucht werden, umgangssprachlich zählen Laborprodukte jedoch nicht dazu.
  • Laborfleisch ist demnach auch nicht pflanzenbasiert. Wenn es dereinst ohne fötales Kälberserum und Stammzellen von Kühen auskommt (siehe hier zuunterst), wird es aber zumindest vegan sein.

 

Das klingt alles etwas kompliziert?

Gar nicht! Wenn du es sehr genau nehmen möchtest, machst du dir den Einkauf am einfachsten, wenn du auf die vegane Kennzeichnung oder ein entsprechendes Label achtest. Mittlerweile gibt es auch komplett vegane Läden und Onlineshops. Wenn du wissen möchtest, ob dein Lieblingsprodukt vegan ist, kannst du dem Hersteller eine Produktanfrage senden. Das wurde bereits für vieles gemacht, die Liste findest du hier. Neuigkeiten zu Produkten und Infos zum veganen Lifestyle erhältst du auch auf unserem Instagram-Kanal @vegan.ch. 

 

Du findest gut, was wir machen und möchtest unsere Arbeit unterstützen? Werde noch heute Mitglied und sei Teil einer wachsenden Bewegung in der Schweiz!

 

Kommentare

4 Antworten

    1. Lieber Armando

      Gute Frage! Lebensmittelzusatzstoffe sind meines Wissens überwiegend vegan, es gibt nur wenige Ausnahmen wie zum Beispiel Karmin, Schellack oder Bienenwachs.
      Auch Konservierungsmittel – also Zitronensäure, Sulfite, Ascorbinsäure, Milchsäure und weitere – sind in der Regel vegan, bis auf Lysozym, das vom Tier stammt. Da übernehme ich aber keine Garantie.🙂
      Und wie im Blogbeitrag erwähnt: Was zählt ist ja schliesslich die Einstellung, möglichst wenig Tierleid verursachen zu wollen. 

      Herzliche Grüsse
      Anja

    1. Lieber Beat

      Von allen Lebewesen (Pflanzen, Tiere, Pilze, Einzeller, Bakterien und Archaeen) geht es beim Veganismus darum, jegliche Formen der Ausbeutung an fühlenden Wesen (Tiere, inkl. Menschen) soweit wie möglich und praktisch durchführbar zu vermeiden. Pflanzen (sowie Hefe, die zu den Pilzen zählt), haben keine Nerven oder Schmerzrezeptoren. Deren Konsum ist somit vegan.

      Herzliche Grüsse
      Anja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Rezepte ·

Farbiger Linsensalat

Farbig, leicht und sättigend: Die ideale Begleitung zum Barbecue. Der Linsensalat eignet sich auch als eigenständige Mahlzeit, dazu passt ein gutes Vollkornbrot. Und wer es gerne crunchy…
Weiterlesen
All articles loaded
No more articles to load
X
X