Meerestiere als Touristenattraktion

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Die faszinierende Unterwasserwelt hat uns Menschen schon immer in ihren Bann gezogen. Aquarien versprechen Natur- und Artenschutz, während Erlebnisparks mit Delfinen und Orcas unvergessliche Erlebnisse garantieren. Doch hinter den glitzernden Fassaden verbergen sich oft traurige Geschichten von Ausbeutung, fragwürdiger Bildung und Tierleid. In diesem Beitrag werfen wir einen kritischen Blick auf die Widersprüche und Realitäten von Meerestierattraktionen.

Aquarien wichtig für den Artenschutz oder doch nur Attraktion?

Aquarien rechtfertigen ihre Existenz oft dadurch, dass sie entweder Natur- oder Artenschutz betreiben, indem sie aussterbende Arten vor dem Aussterben bewahren, oder dass sie einen wichtigen Bildungsauftrag erfüllen, indem sie Wissen über die Meere vermitteln. 
Allerdings lohnt es sich, skeptisch zu sein. In der Tat gibt es Bemühungen, aussterbende Arten in (von Wissenschaftler*innen geführten) Aquarien zu bewahren, sie in Sicherheit vor Raubtieren und Nahrungsmangel vermehren zu lassen und sie später wieder auszusetzen. 
Doch die Wahrscheinlichkeit, dass Aquarien, die man einfach so für Eintrittsgeld besuchen kann, sich an solchen Programmen beteiligen, ist klein. Oft werden solche Aquarien von gewinnorientierten Unternehmen geführt und wo mit Tieren Geld gemacht wird, werden die Interessen der Tiere mit grosser Wahrscheinlichkeit vernachlässigt. 

So sagt Martin Lenz, der Verwaltungsratspräsident des Zoo Basel, folgendes zum einst geplanten Aquarium «Ozeanium» in Basel: 

«Es braucht ein neues Bewusstsein für den Umgang mit den Meeren, und dazu braucht es Wissen. Mit dem Ozeanium werden wir einen Ort schaffen, an dem Menschen lernen, das Meer zu verstehen und zu schützen, damit es den nächsten Generationen als Ressource erhalten bleibt.»

Auch ist der angebliche pädagogische Effekt von Aquarien zu hinterfragen: Aquarien gibt es nun schon seit mehrere Generationen, doch noch nie waren die Meere so bedroht wie heute. Haben sie möglicherweise nicht den gegenteiligen Effekt? Warum soll man das Meer weit weg beschützen, wenn man ein hübsches Aquarium gleich um die Ecke hat? Wer also ein Herz für Tiere hat, der meidet Aquarien, die kommerziell geführt werden.

Schwimmen mit Delphinen oder posieren mit Orcas?

Offensichtlicher wird das bei Aquarien, die zugleich Vergnügungs- und Erlebnisparks sind, wo Delfine oder Orcas in winzigen Käfigen gehalten werden und Kunststücke aufführen müssen. Orcas zum Beispiel sterben in Gefangenschaft viel früher und bekommen Verhaltensstörungen. Nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass Orcas in der freien Natur pro Tag bis zu 160 Kilometer zurücklegen können. 
Dazu kommt, dass Delfine und Wale in Erlebnisparks oft gezüchtet werden, sprich: Die Tiere werden künstlich besamt. Dafür werden sie mit Psychopharmaka ruhiggestellt und während dem Eingriff festgehalten. Trotz häufiger Fehl- und Totgeburten wird die ganze Prozedur weiter fortgesetzt.
Durch die zu kleinen Becken, den Stress und das eher einsame Leben sind die sonst sehr sozialen und in grossen Gruppen lebenden Tiere oft körperlich sowie psychisch belastet. 

Wir empfehlen daher, solche Institutionen zu meiden und stattdessen Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben oder ökotouristische Aktivitäten zu unterstützen, die keine direkte Beeinflussung von Tieren involvieren.

Whale watching: Tierquälerei oder Artenschutz?

Das Erleben der Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung ist ein Milliardengeschäft. Es gibt unzählige kommerzielle Anbieter*innen, die das Wohlbefinden der Tiere hinter den Profit stellen. Die meisten Touristenattraktionen locken mit Schifffahrten aufs offene Meer, bei denen Wale oder Delfine sicher gesehen werden sollen. Aber Achtung, bei solchen Angeboten solltet ihr stutzig werden. Regelrechte Jagden auf die Tiere können die sensiblen Wale verängstigen. Meeresforscher*innen konnten bereits Verhaltensstörungen bei den Tieren nachweisen, mit denen das Schwimmen im offenen Meer erlaubt ist. Die Folgen von kommerziellen Whale Watching könne unter anderem Orientierungslosigkeit und eine veränderte Schwimmrichtung der Tiere sein, Auswirkungen auf die Population haben oder die Tiere durch den Lärm der Boote in ihren ruhe Phasen stören, was wiederum die Kommunikation zwischen den Tieren erschwert. 

Neben den vielen unseriösen Whale Watching Angeboten gibt es nämlich auch seriöse Unternehmen, die auf das Wohl der Tiere achten. Auf diese Punkte solltet ihr bei einer Tour achten:

  • Kein versprechen auf die garantierte Sichtung der Tiere
  • Das Boot geht nicht auf Jagd nach den Walen, heisst: Keine unvorhergesehenen Kursänderungen.
  • Das Schwimmen mit den Tieren wird nicht angeboten
  • Das Boot hat einen Mindestabstand von 100 m zu den Tieren – die Wale entscheiden selbst, wie nahe sie ans Boot kommen.
  • Die Anbieter haben ein High Quality Whale Watching Zertifikat von ACCOBAMS
  • Die Fahrt dauert nicht länger als 30 Minuten
  • Es werden keine Speedboote, sonder Segelboote, E-Boote oder Kanus verwendet
  • Das Angebot ist nur für kleine Gruppen und dabei wird kein Alkohol ausgeschenkt.
  • Auf dem Boot befindet sich geschultes Personal, das wichtige Informationen rund um die Tiere und die Meere geben kann. Am besten sind das Wissenschaftler*innen wie Meeresbiologen. 

Wir finden, Meerestiere sollten auf keinen Fall zur Profitgenerierung herhalten müssen. Deshalb ist es wichtig, dass ihr euch besonders gut informiert, falls ihr solch ein Angebot nutzen möchtet. Unterstützt Organisationen und Unternehmen, die das Wohlergehen der Tiere in den Vordergrund stellen und dadurch auf die fatale Lage der Meerestiere und der Meere aufmerksam machen wollen. Eine tolle Alternative zu Whale Watching ist übrigens Land-based Watching. 🙂

Quellen:

tagblatt.ch (14.08.2023)

wwf.de (14.08.2023)

peta.de (14.08.2023)

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