Vega­ne Kin­der­er­näh­rung

Text von Mar­kus Kel­ler

BEDEU­TUNG EINER GESUND­HEITS­FÖR­DERN­DEN ERNÄH­RUNG

Eine bedarfs­ge­rech­te und gesund­heits­för­dern­de Ernäh­rung ist eine wich­ti­ge Grund­la­ge für Gesund­heit und Wohl­be­fin­den. Das gilt ins­be­son­de­re für die Kin­der­er­näh­rung, denn Art und Zusam­men­set­zung der Kost bestim­men mass­geb­lich das Gedei­hen des Kin­des. Die rich­ti­ge Ernäh­rung betrifft jedoch nicht nur Wachs­tum und Ent­wick­lung des her­an­wach­sen­den Men­schen, son­dern auch den Gesund­heits­sta­tus im spä­te­ren Leben. Zum Einen wird das Ernäh­rungs­ver­hal­ten Erwach­se­ner bereits im Mut­ter­leib und weit­ge­hend in der frü­hen Kind­heit geprägt.[1],[2] Ungüns­ti­ge Ess­ge­wohn­hei­ten und -prä­fe­ren­zen wer­den meist lebens­lang bei­be­hal­ten und las­sen sich spä­ter nur schwer ver­än­dern. Zum ande­ren ist bekannt, dass zahl­rei­che ernäh­rungs­as­so­zi­ier­te chro­ni­sche Krank­hei­ten ihren Anfang bereits im Mut­ter­leib und Kin­des­al­ter haben. So zei­gen Stu­di­en, dass athe­ro­sklero­ti­sche Ver­än­de­run­gen der Blut­ge­fäs­se, die Ursa­che von Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen, bereits bei vie­len jün­ge­ren Kin­dern und bei nahe­zu allen 15-Jäh­ri­gen nach­weis­bar sind.[3],[4]

VOR­TEI­LE UND RISI­KEN VEGA­NER KOST­FOR­MEN

Die prä­ven­ti­ven Vor­tei­le einer vega­nen Ernäh­rung wer­den durch zahl­rei­che, teil­wei­se gross ange­leg­te Stu­di­en belegt.[5] Vega­ne­rIn­nen sind im Ver­gleich zu Per­so­nen, die sich von Misch­kost ernäh­ren, schlan­ker, wei­sen nied­ri­ge­re Blut­druck­wer­te auf und erkran­ken deut­lich sel­te­ner an Dia­be­tes mel­li­tus Typ 2. Auch das Risi­ko für Über­ge­wicht, Blut­hoch­druck, Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen und ver­schie­de­ne Krebs­ar­ten ist deut­lich gerin­ger als bei der All­ge­mein­be­völ­ke­rung. Die­se Vor­tei­le sind teil­wei­se auf die ins­ge­samt gesün­de­re Lebens­wei­se von vegan leben­den Men­schen zurück­zu­füh­ren – so rau­chen sie in der Regel nicht und sind kör­per­lich akti­ver –, aber über­wie­gend durch die Ernäh­rungs­wei­se bedingt. Ins­be­son­de­re der höhe­re Ver­zehr gesund­heits­för­dern­der pflanz­li­cher Lebens­mit­tel, aber auch das Mei­den von Fleisch und Fleisch­wa­ren, sind dafür ver­ant­wort­lich.

Pflanz­lich gepräg­te Ernäh­rungs­mus­ter füh­ren dazu, dass Vega­ne­rIn­nen die Ernäh­rungs­emp­feh­lun­gen der wis­sen­schaft­li­chen Fach­ge­sell­schaf­ten deut­lich bes­ser umset­zen als die All­ge­mein­be­völ­ke­rung: Ähn­lich wie Lak­to-Ovo-Vege­ta­rie­rIn­nen neh­men auch Vega­ne­rIn­nen weni­ger Nah­rungs­en­er­gie, Fett, gesät­tig­te Fett­säu­ren, Cho­le­ste­rin und Pro­te­in auf als Misch­köst­le­rIn­nen, dafür ist die Zufuhr von Koh­len­hy­dra­ten und Bal­last­stof­fen höher. Die Ernäh­rungs­wei­se von Vega­ne­rIn­nen kommt den Emp­feh­lun­gen für Nah­rungs­en­er­gie und Haupt­nähr­stof­fe am nächs­ten.[5]

Vega­ne­rIn­nen sind mit zahl­rei­chen Vit­ami­nen, Mine­ral­stof­fen und bio­ak­ti­ven Sub­stan­zen bes­ser ver­sorgt als die All­ge­mein­be­völ­ke­rung. Das gilt beson­ders für die anti­oxi­da­ti­ven Vit­ami­ne C und E, für Beta-Caro­tin, Vit­amin B1, Folat (Fol­säu­re), Bio­tin, Pan­to­then­säu­re und Magne­si­um. Auch die Zufuhr von sekun­dä­ren Pflan­zen­stof­fen ist bei Vega­ne­rIn­nenn deut­lich höher als bei Misch­köst­le­rIn­nen.

SEKUN­DÄ­RE PFLAN­ZEN­STOF­FE

Sekun­dä­re Pflan­zen­stof­fe sind Sub­stan­zen, die – anders als die pri­mä­ren Pflan­zen­pro­duk­te, wie Koh­len­hy­dra­te, Pro­te­ine und Fet­te, – im Sekun­där­stoff­wech­sel der Pflan­zen gebil­det wer­den. Der Begriff bezeich­net eine Viel­zahl von Sub­stan­zen mit sehr unter­schied­li­chen Struk­tu­ren. Sekun­dä­re Pflan­zen­stof­fe erfül­len in der Pflan­ze Auf­ga­ben als Abwehr­stof­fe, Duft-, Geschmacks- und Farb­stof­fe sowie als Wachs­tums­re­gu­la­to­ren. In der Natur sind bis­lang rund 100.000 die­ser Ver­bin­dun­gen bekannt, wovon etwa 10.000 in der mensch­li­chen Nah­rung vor­kom­men. Auf­grund ihrer che­mi­schen Struk­tur und funk­tio­nel­len Eigen­schaf­ten wer­den die sekun­dä­ren Pflan­zen­stof­fe in ver­schie­de­ne Grup­pen ein­ge­teilt (z.B. Caro­ti­noi­de, Phy­toste­ri­ne, Poly­phe­no­le, Monoter­pe­ne, Phy­to­ös­tro­ge­ne). Mit einer gemisch­ten Kost wer­den schät­zungs­wei­se 1.5 Gramm sekun­dä­re Pflan­zen­stof­fe pro Tag auf­ge­nom­men. Sie ent­fal­ten beim Men­schen zahl­rei­che gesund­heits­för­dern­de Wir­kun­gen, etwa durch ihre anti­oxi­da­ti­ven, anti­mi­kro­bi­el­len, ent­zün­dungs­hem­men­den oder anti­kan­ze­ro­ge­nen Eigen­schaf­ten. So kön­nen sekun­dä­re Pflan­zen­stof­fe bei­spiels­wei­se zur Sen­kung des Risi­kos für Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen sowie ver­schie­de­ne Krebs­ar­ten bei­tra­gen.

Bei vega­ner Ernäh­rung gibt es jedoch eine Rei­he von poten­ti­ell kri­ti­schen Nähr­stof­fen, bei denen die Zufuhr nicht immer den Emp­feh­lun­gen ent­spricht. Hier­zu zäh­len Vit­amin B12, Eisen, Jod, Vit­amin D, Zink, Ome­ga-3-Fett­säu­ren, Kal­zi­um und Vit­amin B2.[5] Jod und Vit­amin D sind auch bei der Gesamt­be­völ­ke­rung sowie Kal­zi­um bei bestimm­ten Bevöl­ke­rungs­grup­pen – v.a. Kin­der, Jugend­li­che, älte­re Men­schen – als kri­ti­sche Nähr­stof­fe ein­zu­stu­fen. Vega­ne­rIn­nen sind mit die­sen drei Nähr­stof­fen jedoch auf­grund des Mei­dens von Milch­pro­duk­ten durch­schnitt­lich noch schlech­ter ver­sorgt. Bei vega­ner Ernäh­rung muss somit – beson­ders im Kin­des­al­ter – auf eine aus­rei­chen­de Ver­sor­gung mit den genann­ten kri­ti­schen Nähr­stof­fen geach­tet wer­den.

WIS­SEN­SCHAFT­LI­CHE BEWER­TUNG DER VEGA­NEN ERNÄH­RUNG VON KIN­DERN

Vie­le vegan leben­den Eltern möch­ten auch ihre Kin­der rein pflanz­lich ernäh­ren. Dies erfor­dert aus­rei­chen­des Ernäh­rungs­wis­sen – was unab­hän­gig von der Ernäh­rungs­wei­se von Vor­teil ist – und eine gut geplan­te Zusam­men­stel­lung der Kost. Ist bei­des gege­ben, kön­nen die gesund­heit­li­chen Vor­tei­le einer pflanz­li­chen Ernäh­rungs­wei­se voll genutzt und poten­ti­el­le Risi­ken ver­mie­den wer­den.

In ihrem Posi­ti­ons­pa­pier zur vege­ta­ri­schen Ernäh­rung stellt die Ame­ri­can Die­te­tic Asso­cia­ti­on fest, dass „gut geplan­te vege­ta­ri­sche Ernäh­rungs­for­men, ein­schliess­lich kom­plett vege­ta­ri­scher oder vega­ner Ernäh­rungs­for­men, gesund und ernäh­rungs­phy­sio­lo­gisch bedarfs­ge­recht sind sowie gesund­heit­li­che Vor­tei­le in der Prä­ven­ti­on und der Behand­lung bestimm­ter Krank­hei­ten bie­ten. Gut geplan­te vege­ta­ri­sche Ernäh­rungs­for­men sind für Men­schen aller Lebens­pha­sen geeig­net, ein­schliess­lich Schwan­ge­re, Stil­len­de, Klein­kin­der, Kin­der und Jugend­li­che sowie Sport­ler.“.[6]

Nach Ein­schät­zung der Ame­ri­can Aca­de­my of Pediatrics „zei­gen Kin­der bei den meis­ten lak­to-ovo-vege­ta­ri­schen und vega­nen Kost­for­men ein gutes Wachs­tum und Gedei­hen, wenn die­se gut geplant und ange­mes­sen sup­ple­men­tiert wer­den“.[7]

Bis­her gibt es nur weni­ge Stu­di­en mit vegan ernähr­ten Kin­dern. Bei makro­bio­tisch-vegan ernähr­ten Klein­kin­dern wur­den in der Ver­gan­gen­heit Wachs­tums- und Ent­wick­lungs­stö­run­gen sowie zahl­rei­che Ernäh­rungs­män­gel beob­ach­tet.[8] Die weni­gen vor­lie­gen­den Daten zu vegan, nicht makro­bio­tisch ernähr­ten Kin­dern zei­gen, dass die­se meist klei­ner und leich­ter als ihre omni­vo­ren Alters­ge­nos­sen sind, ihre Wer­te jedoch im Nor­mal­be­reich der Refe­renz­stan­dards für die jewei­li­ge Alters­grup­pe lie­gen.[9],[10]

Wäh­rend eine Misch­kost bei Kin­dern und Jugend­li­chen oft zuviel Nah­rungs­en­er­gie, Pro­te­in, Fett und gesät­tig­te Fett­säu­ren ent­hält, ent­spricht die Kost von vege­ta­risch ernähr­ten Kin­dern und Jugend­li­chen eher den Emp­feh­lun­gen.[11],[12] Jugend­li­che mit über­wie­gend pflanz­li­cher Ernäh­rung haben im Ver­gleich zu Misch­köst­le­rIn­nen der glei­chen Alters­grup­pen einen nied­ri­ge­ren Body Mass Index (BMI) sowie güns­ti­ge­re Wer­te für wei­te­re kar­dio­vas­ku­lä­re Risi­ko­mar­ker. Hier­zu zäh­len bei­spiels­wei­se ein gerin­ge­rer Hüft­um­fang und eine nied­ri­ge­re LDL-Cho­le­ste­rin-Kon­zen­tra­ti­on im Blut. Bei­des redu­ziert das Risi­ko, im spä­te­ren Leben Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen zu ent­wi­ckeln.[13]

Bei Auf­fäl­lig­kei­ten in der kör­per­li­chen und geis­ti­gen Ent­wick­lung vegan ernähr­ter Kin­der soll­te – wie bei allen Kin­dern – ein Arzt auf­ge­sucht sowie der Nähr­stoff­sta­tus über­prüft wer­den.

Die fol­gen­den Aus­füh­run­gen geben all­ge­mei­ne Hin­wei­se zur vega­nen Ernäh­rung von Stil­len­den und Kin­dern, mit beson­de­rem Fokus auf poten­ti­ell kri­ti­sche Nähr­stof­fe. Kon­kre­te Ernäh­rungs­plä­ne für die vega­ne Kin­der­er­näh­rung fin­den sich in der wei­ter­füh­ren­den Lite­ra­tur, die aller­dings meist eng­lisch­spra­chig ist.

Stil­len

Mut­ter­milch ist die bes­te Nah­rung für den Säug­ling wäh­rend der ers­ten vier bis sechs Mona­te. Ent­spre­chend emp­fiehlt die Natio­na­le Still­kom­mis­si­on in Deutsch­land, in Anleh­nung an die WHO, mög­lichst sechs Mona­te aus­schließ­lich zu stil­len. Auch eine kür­ze­re Still­dau­er wird für sehr sinn­voll gehal­ten, wenn sechs­mo­na­ti­ges aus­schließ­li­ches Stil­len für Müt­ter nicht durch­führ­bar ist.[14] Der kom­ple­xe Gehalt an Nähr­stof­fen sowie das Ver­hält­nis von Nähr­stof­fen und Was­ser sind den Wachs­tums­be­dürf­nis­sen und Stoff­wech­sel­an­for­de­run­gen des Kin­des opti­mal ange­passt. Stil­len ver­sorgt den Säug­ling mit Immun- und Abwehr­stof­fen, begüns­tigt die Aus­for­mung des Kie­fers und befrie­digt das Bedürf­nis nach Nähe und Haut­kon­takt. Stu­di­en zei­gen, dass gestill­te Kin­der ein gerin­ge­res Risi­ko für Krank­hei­ten des Ver­dau­ungs­trak­tes und der Atem­we­ge, Über­ge­wicht, Dia­be­tes Typ 1 und 2, Blut­hoch­druck und Zölia­kie sowie mög­li­cher­wei­se für kind­li­che Krebs­er­kran­kun­gen auf­wei­sen. Aus­ser­dem sinkt das Risi­ko, eine All­er­gie zu ent­wi­ckeln.[15],[16],[17]

Die Zusam­men­set­zung der Mut­ter­milch hängt von gene­ti­schen Fak­to­ren, der Ernäh­rung der Mut­ter vor und wäh­rend der Still­zeit und somit den müt­ter­li­chen Nähr­stoff­re­ser­ven ab. Bei zahl­rei­chen Nähr­stof­fen steigt der Bedarf wäh­rend der Still­zeit und liegt meist noch höher als wäh­rend der Schwan­ger­schaft. Die Emp­feh­lun­gen für die Nähr­stoff­zu­fuhr, bei­spiels­wei­se der DACH[18]-Gesell­schaf­ten, gel­ten auch für vegan leben­de Müt­ter. Der erhöh­te Bedarf an Vit­amin A – bzw. Beta-Caro­tin, das mit dem Pro­vit­amin A iden­tisch ist –, E, B1, C und Folat (Fol­säu­re) sowie Magne­si­um kann von Vega­ne­rin­nen bei ent­spre­chen­der Lebens­mit­tel­aus­wahl pro­blem­los gedeckt wer­den; sie sind meist bes­ser damit ver­sorgt als Müt­ter, die sich mit Misch­kost ernäh­ren.

Auch der Mehr­be­darf an Nah­rungs­en­er­gie von etwa zusätz­lich 500–600 Kilo­ka­lo­ri­en pro Tag sowie von Pro­te­in, rund 30 Pro­zent mehr, kann mit vega­ner Ernäh­rung aus­rei­chend gedeckt wer­den. Aller­dings wur­den bei eini­gen Vega­ne­rin­nen nied­ri­ge Pro­te­in­zu­fuh­ren beob­ach­tet.[5] Es ist sinn­voll, eine Kom­bi­na­ti­on ver­schie­de­ner pflanz­li­cher Pro­tein­trä­ger über den Tag zu ver­tei­len, um die bio­lo­gi­sche Wer­tig­keit und damit die Nutz­bar­keit des Nah­rungs­pro­te­ins für den Orga­nis­mus zu erhö­hen.

Vega­ne Müt­ter müs­sen auf eine aus­rei­chen­de und siche­re Zufuhr von Vit­amin B12 ach­ten. Emp­feh­lens­wert ist der Ver­zehr von mit Vit­amin B12 ange­rei­cher­ten Lebens­mit­teln, sodass pro Tag 3–4 Mikro­gramm Vit­amin B12 auf­ge­nom­men wer­den. Wird der Bedarf über Sup­ple­men­te gedeckt, soll­ten täg­lich 10 Mikro­gramm Vit­amin B12 auf­ge­nom­men wer­den. Bei voll gestill­ten Säug­lin­gen von vega­nen Müt­tern, die unzu­rei­chend mit Vit­amin B12 ver­sorgt waren, wur­den schwe­re Wachs­tums- und Ent­wick­lungs­stö­run­gen beob­ach­tet.[19],[20],[21] Auf­grund der begrenz­ten Kör­per­re­ser­ven nach der Geburt soll­te auch der gestill­te Säug­ling ein Vit­amin B12-Sup­ple­ment  erhal­ten, z.B. Trop­fen.[22]

Den Bedarf an Vit­amin D kön­nen stil­len­de Vega­ne­rin­nen bei aus­rei­chen­dem Auf­ent­halt im Frei­en durch die kör­per­ei­ge­ne Syn­the­se decken. Die­se Mög­lich­keit ist in den nörd­li­chen Brei­ten­gra­den aller­dings in den Win­ter­mo­na­ten zwi­schen Okto­ber und  März deut­lich ein­ge­schränkt bzw. kommt

zum Erlie­gen. Unab­hän­gig von der Ernäh­rungs­form emp­feh­len die DACH[18]-Gesell­schaf­ten des­halb bei ein­ge­schränk­ter Eigen­syn­the­se eine täg­li­che Sup­ple­men­tie­rung von 20 Mikro­gramm Vit­amin D. Da Mut­ter­milch nur gerin­ge Men­gen an Vit­amin D ent­hält, wird für Säug­lin­ge und Klein­kin­der im ers­ten Lebens­jahr eine täg­li­che Vit­amin-D-Sup­ple­men­tie­rung von 10 Mikro­gramm emp­foh­len.[5]

Vit­amin D2 ver­sus Vit­amin D3

Die meis­ten Vit­amin-D-Prä­pa­ra­te ent­hal­ten Vit­amin D3, das aus Lano­lin, also Woll­fett,  gewon­nen wird. Zahl­rei­che – aber nicht alle – Stu­di­en wei­sen dar­auf hin, dass pflanz­li­ches Vit­amin D2 eine deut­lich gerin­ge­re Wirk­sam­keit auf­weist als Vit­amin D3.[23],[24] Mitt­ler­wei­le sind jedoch auch vega­ne Vit­amin-D3-Prä­pa­ra­te auf dem Markt, die aus Flech­ten gewon­nen wer­den.

Die Mut­ter­milch von Vega­ne­rin­nen ent­hält deut­lich mehr der essen­ti­el­len Fett­säu­ren Lin­ol­säu­re und Alpha-Lin­o­len­säu­re als die von Misch­köst­le­rin­nen. Der Anteil der lang­ket­ti­gen Ome­ga-3-Fett­säu­re Doco­sa­he­xa­en­säu­re (DHA) liegt hin­ge­gen deut­lich nied­ri­ger. DHA ist wich­tig für die Ent­wick­lung von Gehirn und Netz­haut des Säug­lings, wes­halb sie auch als bedingt essen­ti­ell ein­ge­stuft wird. Zwar kann DHA aus der pflanz­li­chen Ome­ga-3-Fett­säu­re Alpha-Lin­o­len­säu­re gebil­det wer­den, die Umwand­lungs­ra­te ist jedoch sehr gering. Stu­di­en haben zudem gezeigt, dass eine Sup­ple­men­tie­rung mit Alpha-Lin­o­len­säu­re offen­bar den DHA-Gehalt in der Mut­ter­milch nicht ver­bes­sert.[25],[26] Für stil­len­de Vega­ne­rin­nen kann des­halb die Ein­nah­me eines DHA-hal­ti­gen Pro­dukts, bei­spiel­wei­se in Form von Mikro­al­gen­öl, sinn­voll sein.

Der Bedarf an Eisen erhöht sich kaum durch das Stil­len, da mit der Mut­ter­milch nur rela­tiv wenig Eisen abge­ge­ben wird. Um die Eisen­ver­lus­te wäh­rend Schwan­ger­schaft und Geburt aus­zu­glei­chen, wird jedoch eine Eisen­zu­fuhr von 20 Mil­li­gramm pro Tag emp­foh­len. Die­se Men­ge kann prin­zi­pi­ell auch mit vega­ner Ernäh­rung erreicht wer­den. Unab­hän­gig von der Ernäh­rungs­wei­se wei­sen vie­le Frau­en Eisen­wer­te unter­halb des Refe­renz­be­reichs auf. Ins­be­son­de­re Vega­ne­rin­nen soll­ten des­halb aus­rei­chend eisen­rei­che Lebens­mit­tel, kom­bi­niert mit Vit­amin-C-rei­chen Lebens­mit­teln ver­zeh­ren. So kann die Eisen­ver­füg­bar­keit aus pflanz­li­chen Lebens­mit­teln deut­lich ver­bes­sert wer­den.

Die Emp­feh­lun­gen zur Kal­zi­um­zu­fuhr für stil­len­de Vega­ne­rin­nen ent­spre­chen denen ande­rer Erwach­se­ner, also 1.000 Mil­li­gramm pro Tag. Vie­le Vega­ne­rin­nen neh­men sehr gerin­ge Men­gen an Kal­zi­um auf, wodurch sich das Osteo­po­ro­se-Risi­ko erhöht. Vegan leben­de Stil­len­de soll­ten des­halb auf eine aus­rei­chen­de Zufuhr kal­zi­um­rei­cher Lebens­mit­tel, wie Sesam oder Sesam­mus, Nüs­se, „Sojaf­leisch“, Grün­kohl, Spi­nat, Kicher­erb­sen oder kal­zi­um­rei­che Mine­ral­wäs­ser mit über 150 Mil­li­gramm Kal­zi­um pro Liter, ach­ten. Auch mit Kal­zi­um ange­rei­cher­te Pflan­zen­milch­pro­duk­te, wie z.B. Hafer­milch, Soja­milch oder Soja­jo­ghurt, kön­nen die Kal­zi­um­ver­sor­gung ver­bes­sern.

Jod ist, neben ande­ren Funk­tio­nen, unent­behr­lich für die orga­ni­sche und funk­tio­nel­le Gehirn­ent­wick­lung des Säug­lings. Die Jod­ver­sor­gung der Mut­ter bestimmt den Jod­ge­halt der Mut­ter­milch. Stu­di­en zei­gen, dass in der Schweiz – wie auch in ande­ren Jod­man­gel­ge­bie­ten Euro­pas – der durch­schnitt­li­che Jod­ge­halt der Mut­ter­milch deut­lich nied­ri­ger liegt als für die opti­ma­le Ver­sor­gung des Säug­lings not­wen­dig wäre.[27] Die Jod­ver­sor­gung von Vega­nern ist meist deut­lich schlech­ter als die von Misch­köst­lern oder Lak­to-Ovo-Vege­ta­ri­ern.[28],[29] Zur Ver­bes­se­rung der Jod­ver­sor­gung wird des­halb die aus­schliess­li­che Ver­wen­dung von jodier­tem Spei­se- oder Meer­salz emp­foh­len. Bei ver­ar­bei­te­ten Lebens­mit­teln, wie Brot, Back­wa­ren und Flei­sch­al­ter­na­ti­ven, soll­ten eben­falls Pro­duk­te bevor­zugt wer­den, bei deren Her­stel­lung Jod­s­alz ver­wen­det wur­de. Auch der gele­gent­li­che Ver­zehr von Algen mit mode­ra­tem Jod­ge­halt, wie z.B. Nori, kann den Jod­sta­tus ver­bes­sern. Ist die Jod­ver­sor­gung den­noch unzu­rei­chend, soll­ten Jod­sup­ple­men­te ver­wen­det wer­den.

Der Bedarf an Vit­amin B2 und Vit­amin B6 erhöht sich wäh­rend der Still­zeit. Da Vega­ne­rin­nen in Stu­di­en teil­wei­se nicht opti­mal mit den bei­den Vit­ami­nen ver­sorgt waren, soll­te beson­ders wäh­rend der Still­zeit auf eine aus­rei­chen­de Zufuhr über pflanz­li­che Lebens­mit­tel geach­tet wer­den. Gute Quel­len für Vit­amin B2 sind bei­spiels­wei­se Nüs­se, Pil­ze, Ölsa­men, Hül­sen­früch­te und Voll­ge­trei­de. Vit­amin B6 ist u.a. in Wal­nüs­sen, Voll­ge­trei­de, Avo­ca­do, Bana­nen, Möh­ren und Kar­tof­feln ent­hal­ten.

  • Bei vega­ner Ernäh­rung wäh­rend der Still­zeit ist eine sorg­fäl­ti­ge Pla­nung not­wen­dig.
  • Beson­ders beach­tet wer­den soll­te eine aus­rei­chen­de Zufuhr von Nah­rungs­en­er­gie, Pro­te­in, der Vit­ami­ne B2 und B6 sowie der Mine­ral­stof­fe Eisen und Kal­zi­um.
  • Eine aus­rei­chen­de Ver­sor­gung mit Vit­amin B12 sowie mit Vit­amin D in den Win­ter­mo­na­ten soll­te durch ange­rei­cher­te Lebens­mit­tel und/oder Sup­ple­men­te sicher­ge­stellt wer­den.
  • Für die Jod­ver­sor­gung emp­fiehlt sich die aus­schliess­li­che Ver­wen­dung von jodier­tem Spei­se- oder Meer­salz, bei lang­fris­tig unzu­rei­chen­dem Jod­sta­tus auch eine Jod­sup­ple­men­tie­rung.
  • Die Ver­sor­gung mit der Ome­ga-3-Fett­säu­re DHA kann durch die Ver­wen­dung von DHA-rei­chen Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln ver­bes­sert wer­den.

Bei­kost

Frü­hes­tens ab dem fünf­ten, spä­tes­tens ab dem sieb­ten Lebens­mo­nat wird die Ein­füh­rung von Bei­kost erfor­der­lich, um den Nähr­stoff­be­darf des Kin­des zu decken. Wie bei nicht­ve­ga­ner Bei­kost soll­te auch vega­ne Bei­kost eine hohe Ener­gie- und Nähr­stoff­dich­te sowie einen nied­ri­gen Bal­last­stoff­an­teil auf­wei­sen. Da Klein­kin­der auf­grund ihrer Magen­grö­ße nur eine begrenz­te Men­ge an Nah­rung auf­neh­men kön­nen, wird bei einer sehr bal­last­stoff­rei­chen Kost zu wenig Nah­rungs­en­er­gie zuge­führt. (Hel­le) Getrei­de­pro­duk­te, Nüs­se und Hül­sen­früch­te kön­nen den Ener­gie- und Pro­te­in­ge­halt erhö­hen, die Zuga­be von pflanz­li­chen Ölen bzw. Fet­ten in Form von z.B. Avo­ca­do oder Nuss­mus lie­fert zusätz­li­che Ener­gie.

Nach dem Abstil­len benö­tigt das Kind eine zuver­läs­si­ge Quel­le für Vit­amin B12. Geeig­net sind ange­rei­cher­te Lebens­mit­tel oder Sup­ple­men­te, die 1 Mikro­gramm Vit­amin B12 pro Tag lie­fern.

Vit­amin D ist not­wen­dig für eine aus­rei­chen­de Kal­zi­um­auf­nah­me und damit für die Kno­chen­bil­dung. War die Vit­amin-D-Ver­sor­gung im Säug­lings­al­ter aus­rei­chend, kommt es bei Klein­kin­dern nur sel­ten zu Rachi­tis.[18] Da die kör­per­ei­ge­ne Vit­amin-D-Syn­the­se aus­ser­halb der son­nen­rei­chen Mona­te unzu­rei­chend ist, wird auch für Klein­kin­der emp­foh­len, in den Win­ter­mo­na­ten von etwa Okto­ber bis März Vit­amin D zu sup­ple­men­tie­ren und zwar 10 Mikro­gramm pro Tag. Dies gilt unab­hän­gig von der Ernäh­rungs­wei­se.

Mut­ter­milch ent­hält nur wenig Eisen. Der Säug­ling ist daher wäh­rend der ers­ten Lebens­mo­na­te weit­ge­hend von den eige­nen Eisen­re­ser­ven abhän­gig, die er wäh­rend des feta­len Wachs­tums bil­den konn­te. Nach dem Abstil­len sind die Eisen­re­ser­ven des Säug­lings – unab­hän­gig von der Ernäh­rungs­form der Mut­ter – weit­ge­hend erschöpft. Mit der Ein­füh­rung von Bei­kost soll­te des­halb auf eine aus­rei­chend Zufuhr eisen­rei­cher Lebens­mit­tel, kom­bi­niert mit Vit­amin-C-rei­chen Lebens­mit­teln geach­tet wer­den. Durch Vit­amin C kann die Resorp­ti­on von pflanz­li­chem Eisen aus dem Darm deut­lich ver­bes­sert wer­den. Auch die Ver­wen­dung von mit Eisen ange­rei­cher­ten Getrei­de­pro­duk­ten, wie Früh­stücks­flo­cken für Kin­der, ist emp­feh­lens­wert.

Bei vega­ner Bei­kost soll­te aus­ser­dem auf eine aus­rei­chen­de Zufuhr von Kal­zi­um, Zink, Jod, Vit­amin B2 und der Ome­ga-3-Fett­säu­re Alpha-Lin­o­len­säu­re geach­tet wer­den.

  • Bei vega­ner Ernäh­rung wäh­rend der Still­zeit ist eine sorg­fäl­ti­ge Pla­nung not­wen­dig.
  • Beson­ders beach­tet wer­den soll­te eine aus­rei­chen­de Zufuhr von Nah­rungs­en­er­gie, Pro­te­in, der Vit­ami­ne B2 und B6 sowie der Mine­ral­stof­fe Eisen und Kal­zi­um.
  • Eine aus­rei­chen­de Ver­sor­gung mit Vit­amin B12 sowie mit Vit­amin D in den Win­ter­mo­na­ten soll­te durch ange­rei­cher­te Lebens­mit­tel und/oder Sup­ple­men­te sicher­ge­stellt wer­den.
  • Für die Jod­ver­sor­gung emp­fiehlt sich die aus­schliess­li­che Ver­wen­dung von jodier­tem Spei­se- oder Meer­salz, bei lang­fris­tig unzu­rei­chen­dem Jod­sta­tus auch eine Jod­sup­ple­men­tie­rung.
  • Die Ver­sor­gung mit der Ome­ga-3-Fett­säu­re DHA kann durch die Ver­wen­dung von DHA-rei­chen Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln ver­bes­sert wer­den.

Klein- und Vor­schul­kin­der (1–5 Jah­re)

Im Klein­kind- und Vor­schul­al­ter wird das Ernäh­rungs­ver­hal­ten des Kin­des mass­geb­lich geprägt. Ent­spre­chend soll­te dem Kind eine gros­se Band­brei­te gesund­heits­för­dern­der pflanz­li­cher Lebens­mit­tel ange­bo­ten wer­den, um eine gesun­de Ernäh­rungs­wei­se zu eta­blie­ren.

Bei Klein- und Vor­schul­kin­dern ist der Ener­gie- und Nähr­stoff­be­darf bezo­gen auf das Kör­per­ge­wicht noch etwas erhöht, jedoch in gerin­ge­rem Aus­mass als beim Säug­ling. Neben einer siche­ren Vit­amin B12-Ver­sor­gung durch ange­rei­cher­te Lebens­mit­tel und/oder Sup­ple­men­te soll­te auf eine aus­rei­chen­de Zufuhr an Nah­rungs­en­er­gie und Pro­te­in geach­tet wer­den. Emp­feh­lens­wert ist eine Kost mit hoher Ener­gie- und Nähr­stoff­dich­te sowie mode­ra­tem Bal­last­stoff­ge­halt. Auf­grund des Ami­no­säu­re­mus­ters sowie der gerin­ge­ren Ver­dau­lich­keit pflanz­li­cher Pro­te­ine wird vor­ge­schla­gen, die Pro­te­in­zu­fuhr für vegan ernähr­te Kin­der im Alter von bis zu zwei Jah­ren um etwa ein Drit­tel und für Kin­der zwi­schen zwei und sechs Jah­ren um etwa ein Vier­tel zu erhö­hen, gegen­über den Zufuhr­emp­feh­lun­gen für omni­vo­re Kin­der.[30] Aus­ser­dem soll­te eine aus­rei­chen­de Ver­sor­gung mit Kal­zi­um, Eisen, Zink, Jod, Vit­amin B2, Vit­amin D – im Win­ter Sup­ple­men­te – und Ome­ga-3-Fett­säu­ren sicher­ge­stellt wer­den.

 

Pro­te­in­zu­fuhr und Über­ge­wicht

Die DONALD-Stu­die zeig­te, dass eine hohe Zufuhr von tie­ri­schem Pro­te­in, ins­be­son­de­re aus Milch­pro­duk­ten, im Alter von 12 Mona­ten das Risi­ko erhöh­te, mit sie­ben Jah­ren einen höhe­ren BMI und Kör­per­fett­an­teil auf­zu­wei­sen.[31]

  • Auf eine hohe Ener­gie- und Nähr­stoff­dich­te sowie einen mode­ra­ten Bal­last­stoff­an­teil soll­te geach­tet wer­den.
  • Unver­ar­bei­te­te Frisch­kost, also Roh­kost, soll­te wei­ter­hin spar­sam ein­ge­setzt wer­den.
  • Eine aus­rei­chen­de Ver­sor­gung mit Vit­amin B12 sowie mit Vit­amin D in den Win­ter­mo­na­ten soll­te durch ange­rei­cher­te Lebens­mit­tel und/oder Sup­ple­men­te sicher­ge­stellt wer­den.
  • Die Kost soll­te aus­rei­chend Kal­zi­um, Eisen, Zink, Jod, Vit­amin B2 und Ome­ga-3-Fett­säu­ren ent­hal­ten.

Fazit

Eine vega­ne Ernäh­rung ist in allen Lebens­pha­sen, ein­schliess­lich Still­zeit und Kind­heit, mög­lich und bie­tet bei rich­ti­ger Durch­füh­rung zahl­rei­che gesund­heit­li­che Vor­tei­le. Wich­ti­ge Vor­aus­set­zung ist die Ver­wen­dung einer brei­ten Viel­falt von pflanz­li­chen Lebens­mit­teln. Eltern soll­ten sich von einer kom­pe­ten­ten Ernäh­rungs­fach­kraft bera­ten las­sen, um eine opti­ma­le Nähr­stoff­ver­sor­gung ihres Kin­des sicher­zu­stel­len und mög­li­che Män­gel zu ver­mei­den!

Die wich­tigs­ten Fak­ten:

  • Eine aus­rei­chen­de Ver­sor­gung mit Vit­amin B12 soll­te durch ange­rei­cher­te Lebens­mit­tel und/oder Sup­ple­men­te sicher­ge­stellt wer­den. Eine regel­mäs­si­ge Über­prü­fung des Vit­amin B12-Sta­tus ist emp­feh­lens­wert; min­des­tens ein­mal pro Jahr soll­ten die Blut­wer­te von Vit­amin B12, Holo-Trans­co­ba­l­a­min und Homo­cystein gemes­sen wer­den.
  • Wäh­rend der Still­zeit und in allen Kind­heits­pha­sen soll­te auf eine aus­rei­chen­de Zufuhr von Nah­rungs­en­er­gie und Pro­te­in sowie der poten­ti­ell kri­ti­schen Nähr­stof­fe Eisen, Zink, Kal­zi­um, Jod, Vit­amin B2 und Ome­ga-3-Fett­säu­ren geach­tet wer­den. Emp­feh­lens­wert ist die Ver­wen­dung von Nähr­stoff-Tabel­len. Sie zei­gen, in wel­chen Lebens­mit­teln die rele­van­ten Nähr­stof­fe beson­ders reich­lich vor­kom­men.
  • Die Ver­sor­gung mit Vit­amin D soll­te – unab­hän­gig von der Ernäh­rungs­wei­se – in den son­nen­rei­chen Mona­ten durch regel­mäs­si­ge Auf­ent­hal­te im Frei­en und im Win­ter, etwa von Okto­ber bis März, durch Sup­ple­men­tie­rung sicher­ge­stellt wer­den.
  • Bei allen poten­ti­ell kri­ti­schen Nähr­stof­fen ist es sinn­voll, die Ver­sor­gung durch Mes­sung

Wei­ter­füh­ren­de Lite­ra­tur

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Zu Mar­kus Kel­ler

Dr. Mar­kus Kel­ler, Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­ler, ist Autor ver­schie­de­ner Fach­bü­cher, zuletzt „Vege­ta­ri­sche Ernäh­rung“ (Ulmer Ver­lag 2010), zusam­men mit Prof. Claus Leit­z­mann. Schwer­punk­te sei­ner wis­sen­schaft­li­chen Arbeit sind die The­men alter­na­ti­ve Ernäh­rungs­for­men, Vege­ta­ris­mus sowie nach­hal­ti­ge Ernäh­rung. Er ist Grün­der und Lei­ter des Insti­tuts für alter­na­ti­ve und nach­hal­ti­ge Ernäh­rung (IFA­NE, www.ifane.org) und lei­tet seit 2011 die Abtei­lung Wis­sen­schaft und For­schung beim Ver­band für Unab­hän­gi­ge Gesund­heits­be­ra­tung e.V. (UGB, www.ugb.de).

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