Produkte, die von Tieren stammen, werden in allen nur erdenklichen Bereichen eingesetzt.

Nicht nur für Fleisch, Milch und Eier sterben Tiere, auch für alle anderen tierlichen Produkte werden Tiere ausgebeutet und getötet. Für fast jeden Körperteil des Tieres gibt es heute Abnehmer, die sich an den Ausgabestellen der Tierbetriebe und Schlachthäuser bedienen. Diese Produkte werden in der Lebensmittelindustrie, der Landwirtschaft, der Kosmetikbranche oder von Konsumartikelhersteller aller Sparten weiterverwendet.

Jeder Konsum tierlicher Produkte, ganz egal ob aus Bio-, Freiland-Haltung oder aus der Natur, bedeutet eine Verletzung der grundlegendsten Rechte der Tiere auf Freiheit, Unversehrtheit und natürlichem Leben. Die Methoden, die bei der Herstellung dieser Produkte eingesetzt werden, verursachen gezwungenermassen eine erhebliche Beeinträchtigung der Freiheit und den schlussendlichen und unausweichlichen, frühzeitigen Tod der betroffenen Tiere.

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Vegan zu leben, bedeutet also mehr als nur bei der Auswahl der Lebensmittel Sorgfalt walten zu lassen.

Pelz

Eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer spricht sich in Umfragen gegen das Tragen von Pelz aus. Jeder Pelzträger und jede Pelzträgerin weiss, wie grausam die Herstellung dieses Produktes ist. Trotzdem wird Pelz immer noch in Massen produziert und verkauft.

Leder

Bedenken bei der Verwendung von Leder sind hingegen eher selten. Dabei ist Leder quasi Pelz ohne Haare. Wir verwenden und treffen Leder andauernd in allen möglichen Varianten an, sei es in Form von Schuhen, Portemonnaies, Gürteln oder auch als Möbel-Überzug. Global gesehen ist die Lederproduktion von sehr grosser wirtschaftlicher Bedeutung. So ist das Welthandelsvolumen gleich hoch, wie der globale Umsatz von rotem Fleisch (24 Mrd. Euro). Von einem Nebenprodukt kann somit nicht die Rede sein. Der grösste Anteil an Leder wird zudem in fremden Ländern unter sehr problematischen Verhältnissen für Mensch und Tier hergestellt. Bei der Verarbeitung der Tierhaut zu einem Lederprodukt kommt eine Menge giftiger Substanzen zum Einsatz, welche die Umwelt stark belasten. Das Endprodukt müsste aufgrund der hohen Schwermetall-Werte eigentlich als Sondermüll deklariert werden.

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Wolle

Wolle hat den Ruf des Weichen und Sanften. Über Jahrhunderte sind Schafe gezüchtet worden, damit sie eine unnatürlich starke Körperbehaarung aufweisen. Regelmässig müssen die Tiere geschoren werden. Andernfalls würden sie an der Verfilzung und dem Fliegenbefall des Felles zugrunde gehen. Das sogenannte Mulesing ist eine häufig angewandte Methode, bei der Hautfalten um die Geschlechtsorgane ohne Betäubung herausgeschnitten werden, um den Befall mit Fliegenmaden zu verhindern. So ist dies beispielsweise in Australien gängige Praxis, woher ein Grossteil der weltweit erhältlichen Wolle stammt. Interessant zu wissen ist auch, dass aus der Wolle Lanolin gewonnen wird, welches sich in vielen Crèmes und Kosmetika befindet.

Seide

Seide hat den Anschein, etwas feines und luxuriöses zu sein. Für die Herstellung müssen die in der Seide eingesponnen Schmetterlings-Seidenraupen getötet werden. Um an den feinen, fast 90 Meter langen Faden zu gelangen, muss der Kokon mit den lebendigen Raupen ausgekocht werden.

Gelatine

Gelatine wird aus dem Bindegewebe von geschlachteten Tieren hergestellt. Sie wird hauptsächlich aus der Haut und den Knochen von Schweinen, aber auch von Rindern, Geflügel und Fischen gewonnen. Häufig wird Gelatine als neutrales Geliermittel in süssen Speisen (Gummibärchen, Tortenguss, Confiserie usw.) verwendet.  Anwendung findet Gelatine auch in der Pharmazie bei der Kapselherstellung. Unter vielen anderen Anwendungen wird sie beispielsweise in der Papierherstellung zur Festigung eingesetzt. Als Filtersubstanz wird Gelatine bei der Herstellung von Getränken wie Wein, Apfelwein, Essig und teils für Bier verwendet. Zwar wird sie danach wieder entfernt, aber die Produkte werden von vielen Veganerinnen und Veganern deshalb nicht konsumiert.

Zusatzstoffe

Unter dem Begriff der Zusatzstoffe oder sogenannter E-Nummern verstecken sich oft Substanzen tierlichen Ursprungs. In den Zutatenlisten oder auf den Beipackzetteln werden sie mit undurchschaubaren Namen wie Karmin, Speisefettsäuren oder E472e aufgeführt. (Siehe z.B. diese Liste) Zusatzstoffe werden zur Farbgebung, Konservierung, Konsistenz- oder Geschmacksänderung eingesetzt. Sie sind in sehr vielen industriell gefertigten Produkten zu finden. Die Verwendung von Schlachtprodukte in dieser Form trägt weiter zur Rentabilität dieser Industrie bei.

Honig

Zur Gewinnung von Honig für den menschlichen Konsum müssen ganze Bienenvölker manipuliert und kontrolliert werden. Der natürliche Entwicklungsprozess der Völker wird durch die Entnahme des Honigs massiv beinflusst. Sobald die Leistung der Bienen entsprechend abnimmt wird das Volk ganz oder teilweise eliminiert.

Milch- und Eiprodukte

Auch Produkte aus Milch und Eiern finden oft ihren indirekten Weg in die Nahrungsmittel. Eier werden z.B. in Form von Aufstrichen auf Backwaren oder als Eipulver in Teigwaren eingesetzt. Die Milch wird als Lactose (Milchzucker) oder Milchpulver in Streuwürzen oder Dressings verwendet.

Weitere Informationen zu Milch und Eiern.

Es muss sich rechnen

Sobald das “Schlacht-Gewicht” erreicht wird oder die erwünschte Produktionsleistung nachlässt, wird das Tier für seine Haut, sein Fell, sein Fleisch oder einen anderen Bestandteil seines Körpers getötet. Das Lebewesen wird auf seinen ökonomischen Wert reduziert. Ist die Rentabilität nicht mehr gegeben, wird das Tier eliminiert

Jeder finanzielle Beitrag für ein Produkt tierlicher Herkunft unterstützt und rechtfertigt diese Ausbeutung. Mit jedem Rappen lohnt es sich noch etwas mehr, Tiere zu halten und sich auf deren Kosten zu bereichern. Geld, das für vegane, umweltschonende und fair hergestellte Konsumgüter ausgegeben wird, fördert die Abkehr von der Produktion auf dem Rücken der Tiere, Menschen und Umwelt.

Veganismus ist nicht Perfektionismus

Die Vielfalt der Anwendungen tierlicher Produkte verleitet zur Ansicht, dass es gar nicht möglich sei, konsequent vegan zu leben. Der Veganismus hat jedoch nicht den Anspruch auf Perfektion, sondern verfolgt das Ziel, so wenig Leid, Zerstörung und Tod wie nur möglich zu verursachen.

Für die allermeisten Tierprodukte besteht keinerlei Notwendigkeit, diese zu konsumieren. Entweder sind es Dinge, auf deren Konsum ohne Einbusse der Lebensqualität ganz verzichtet werden kann oder es gibt gleichwertige Alternativen auf synthetischer oder pflanzlicher Basis.