Bericht vom Veg­gie Street Day Stutt­gart

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Ein Stras­sen­fest, bei dem sich Herr und Frau Vega­ner kei­ne Sor­gen machen muss, ob für den "Sala­mi" oder den Moz­za­rel­la auf der Piz­za ein Tier ster­ben muss­te. Die Veg­gie Street Days in Stutt­gart und Dort­mund zei­gen, dass es mög­lich ist. Denn als gröss­te, vega­ne Stras­sen­fes­te Deutsch­lands bie­ten sie zahl­rei­che Ange­bo­te rund um die vega­ne Lebens­wei­se an. Nebst dem gros­sen Ange­bot an Essen, fin­det man vega­ne Klei­dung, Kos­me­ti­ka und inter­es­san­te Infor­ma­tio­nen über tier­recht­li­che The­men oder aktu­el­len Peti­tio­nen. Das unter­halt­sa­me Büh­nen­pro­gramm mit Liveac­ts, Tanz-und Koch­shows und vega­nen Ath­le­ten sowie das Info­zelt mit Vor­trä­gen und Work­shops über die vega­ne Lebens­wei­se, machen die Stras­sen­fes­te beson­ders beliebt. Sogar so beliebt, dass sich manch Schwei­zer extra einen Kurz­ur­laub gönnt. So hat Chris für uns einen Bericht erstellt von sei­nen Erleb­nis­sen an dem VSD 2012 in Stutt­gart. Die­se kön­nen wohl in ähn­li­cher Form am Veg­gie Street Day in Dort­mund am 11. August 2012 erlebt wer­den:

"Die Anrei­se war bereits ein klei­nes Hap­pe­ning. Im stan­des­ge­mäs­sen VW-Bus, aus­ge­rüs­tet mit Bier, guter Lau­ne und viel Vor­freu­de mach­ten wir uns auf den Weg nach Stutt­gart. Unse­re Mägen knurr­ten bereits recht inten­siv, als wir unser Gepäck im Hotel depo­nier­ten und des­halb bra­chen wir unver­züg­lich zum Veg­gie Street Day auf. Der Stutt­gar­ter Markt­platz war bereits zum Bers­ten gefüllt, als wir uns auch dazu­ge­sell­ten. Mitt­ler­wei­le rich­tig hung­rig erkun­de­ten wir erst das Gelän­de in der Absicht, uns bald mit vega­nem Junk­food zu ver­kös­ti­gen. Die­ses Unter­fan­gen wur­de aber schnell durch die beein­dru­cken­den Demons­tra­tio­nen der Vegan-Strength-Ath­le­ten zunich­te gemacht. Hun­ger hin oder her, sieht man vega­ne Klei­der­schrän­ke wie Alex Dar­gatz oder Floey Gewich­te stem­men, dann muss der knur­ren­de Magen ein­fach war­ten.

Irgend­wie fiel noch etwas Haa­ri­ges mit enor­men Aus­mas­sen in die­ser Men­ge auf und ent­pupp­te sich als Patrick Babo­u­mi­an, der arme­nisch stäm­mi­ge stärks­te Mann Deutsch­lands. Ein vega­ner Pan­zer­schrank mit Ober­ar­men so gross wie die Ober­schen­kel von uns Nor­ma­los. Ich ver­such­te mich selbst an einem der Gewich­te, das aus­sah wie ein Baum­stamm aus Stahl­blech, an den noch zusätz­li­che Gewichts­schei­ben ange­bracht wer­den konn­ten. Bei einem Gesamt­ge­wicht von 70 Kilo muss­te ich die Waf­fen stre­cken; ein Gewicht, das Patrick bes­ten­falls als The­ra­pie nach einem Mus­kel­riss benut­zen wür­de. Beein­dru­ckend.

Aber end­lich war fut­tern ange­sagt – nach­dem man sich die War­te­schlan­ge aus­ge­sucht hat­te, in der man min­des­tens 10 Minu­ten zubrin­gen soll­te. Sämt­li­che Essens­stän­de waren lei­der kom­plett über­füllt, was die Ent­schei­dung, für die nächs­te Köst­lich­keit anzu­ste­hen, dann und wann lei­der ins Nega­ti­ve ten­die­ren liess. Immer­hin war der Him­mel leicht bedeckt und sodass man beim Anste­hen nicht auch gleich durch­ge­gart wur­de. Der Lohn des Anste­hens besteht aus wohl­schme­cken­dem Dürüm, schmack­haf­ten Fala­fel, herr­lich tra­shi­gen Hot Dogs, köst­li­chen Piz­zen und vie­len ande­ren Spei­sen mehr. Der Kuchen­stand muss­te lei­der erneut vor­zei­tig kapi­tu­lie­ren, es waren ein­fach zu vie­le hung­ri­ge Mäu­ler zu stop­fen. Aber die Cor­nets mit vier ver­schie­de­nen Sor­ten Gla­cé füll­ten die Des­sert­lü­cke sehr gut.

Hat­te der Magen sei­ne Satis­fak­ti­on erhal­ten, war Shop­ping ange­sagt. Von Gür­tel über Taschen bis zu Schu­hen war alles ver­tre­ten inklu­si­ve Shirts, Porte­mon­naies und Pins. Wer dann noch nicht genug hat­te, konn­te auch Patches, Kos­me­tik oder Pos­ter zu sei­ner oder der Ver­schö­ne­rung sei­ner vier Wän­de kau­fen. Somit war der Magen voll und das Porte­mon­naie leer, die Zeit war reif um z.B. Mar­si­li Cron­berg gespannt zu lau­schen. Wer es etwas hef­ti­ger moch­te, begab sich zur Büh­ne, wo man von bezau­bernd sphä­ri­schen Klän­gen bis zu fet­ten Hip Hop-Beats ein anspre­chen­des Musik­spek­trum gebo­ten bekam.

Mitt­ler­wei­le war unse­re „Ach-ihr-seid-auch-da“-Gruppe auf etwa 18 Per­so­nen ange­wach­sen und wir lies­sen den VSD gemüt­lich auf der Trep­pe vor dem Glo­cken­turm aus­klin­gen. Aber nur um dann mit fri­schem Elan in das Abend­pro­gramm zu star­ten, was uns erst für eini­ge Bier­chen in ein wun­der­bar schmodd­ri­ges Kel­ler-Irish-Pub führ­te. Und da drei Bie­re ja bekannt­lich eine Mahl­zeit erset­zen, wir aber Hun­ger für zwei hat­ten, führ­te kein Weg am Besuch des äus­serst vegan-fri­end­ly Voo­doo-Fala­fels vor­bei. Wäh­rend die einen assen, ging unter den Ande­ren das Gerücht um, es gäbe auf dem Dach eines Park­hau­ses eine Bar, die einer Strand­bar in nichts nach­ste­he. Und da Gerüch­te bekannt­lich nur etwas für Wahr­heits­scheue sind (was man von Vega­nern ja weiss­gott nicht behaup­ten kann), fan­den wir uns unver­se­hens in Lie­ge­stüh­len mit den Füs­sen im Sand über der Sky­line von Stutt­gart wie­der. Ein unüber­trof­fe­ner Platz zum Chil­len. Wir lies­sen uns kei­ne Ahnung wie lan­ge von gemüt­li­chem House beschal­len bis der Ent­schluss fiel, nach einem klei­nen Absa­cker an der Hotel­bar das Sand­männ­chen zum Drei­er aufs Zim­mer ein­zu­la­den.

Hols der Teu­fel, auch die­ser Ent­schluss wur­de  – nein, zwar nicht aus­ser Kraft gesetzt aber den­noch stark ver­zö­gert – umge­setzt auf­grund der hin­ge­bungs­vol­len Für­sor­ge, die der Bar­mann uns ange­dei­hen liess. Schliess­lich und end­lich fand das Zim­mer doch noch den Weg zu uns und auch wenn das Sand­männ­chen schon lan­ge schlief, mach­ten wir auch für ein paar Stun­den die Augen zu.

Am Pfingst­mon­tag schüt­tel­ten wir erst läs­sig das Kätz­chen ab, das uns im Nacken sass und mach­ten uns nach einem ver­gleichs­wei­se klei­nen Früh­stück auf den Weg in den klei­nen Wei­ler Mühl­acker. Dort machen wir mit lieb­ge­wor­de­ner, sich zur Tra­di­ti­on eta­blie­ren­den Gewohn­heit dem Restau­rant Sehn­suchts­kü­che unse­re Auf­war­tung. Die­ser Stät­te ein­zig­ar­ti­ger Gast­lich­keit, einst die ers­te ihrer Art in Deutsch­land, stellt eine Enkla­ve der Fried­fer­tig­keit dar. Ein­ge­bet­tet in die Hei­me­lig­keit von uralten Holz­bal­ken und zum Nach­den­ken ange­regt durch vie­ler­lei tief­grün­di­ge Zita­te über den ver­werf­li­chen Umgang der Men­schen mit den Tie­ren, frön­ten wir den lukul­li­schen Genüs­sen, die die gran­dio­se Gran­de Dame der vega­nen gut­bür­ger­lich deut­schen Küche Andrea Vel­j­ko­vic für uns berei­te­te. Das Buf­fet à dis­cre­ti­on beinhal­te­te als Vor­spei­se diver­se Sala­te, als da spe­zi­ell erwäh­nens­wert sind der wür­zi­ge Kar­tof­fel­sa­lat und die ras­si­ge Kicher­ebs­en­com­bo. Danach war­te­ten bereits heis­se panier­te Schnit­zel, wahl­wei­se aus haus­ge­mach­tem Din­kel-Seit­an oder Knol­len­sel­le­rie, ergänzt von typisch teu­to­ni­schen Spätz­le. Wer immer noch nicht genug hat­te – also wir – bedien­te sich wei­ter an Polen­ta, Gemü­se­ein­topf mit Seit­an­sch­net­zeln und einem präch­ti­gen Lin­sen­ge­richt. Die letz­ten ver­blie­be­nen frei­en Ecken im Magen wur­den anschlies­send mit Zitro­nen­car­rés und sämi­ger Scho­ko­la­den­crè­me gefüllt. Und weils so schön ist, für ein­mal nicht nach­fra­gen und die Zuta­ten­lis­te nach Stol­per­fal­len absu­chen zu müs­sen, scho­ben Eini­ge von uns zum Ver­gnü­gen noch einen Cou­pe nach. Es wur­den Him­beer­träu­me und Nuss­nou­gat­scha­len auf­ge­tischt aber für die Erwach­se­nen gab und gibt es nur eine Her­aus­for­de­rung: den „Vegan Spe­zi­al“. Eine rein pflanz­li­che Mons­tro­si­tät aus fünf ver­schie­de­nen köst­li­chen Sor­ten Gla­cé mit mas­sig Schlag­rahm dar­auf und kunst­voll orna­men­tiert mit in Scho­ko­la­de ein­ge­gos­se­nen Corn-Flakes.

So wur­den auch die letz­ten Zwei­fel über die Dehn­bar­keit des mensch­li­chen Magens besei­tigt und wir konn­ten beru­higt gen Schweiz auf­bre­chen. Bei super­bem Son­nen­schein lies­sen wir uns von  mei­nem Bus nach Hau­se schau­keln, was die meis­ten nutz­ten, ver­pass­ten Schlaf nach­zu­ho­len.

Und wenn sie nicht geplatzt sind, ver­dau­en sie noch heu­te…

Yours sin­ce­rely

Chris Kohl­bren­ner"

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