Swissmilk zeigt Hörner

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Der veganistische Aktivist greift zu radikalen Mitteln: einem Lächeln.
Der veganistische Aktivist greift zu radikalen Mitteln: einem Lächeln.

tag-der-milch-2015Im September wurde von Swissmilk eine Stellungnahme zum Tag der Pausenmilch veröffentlicht. Es ist tatsächlich eine als FAQ getarnte Attacke auf die wachsende Kritik am Tiermilchkonsum allgemein, aber sicher auch an Swissmilk und insbesondere bezüglich dem Tag der Pausenmilch.

Swissmilk bleibt keine Wahl, denn wie www.schweizerbauer.ch im vergangenen April Marketing-Chefin Charlotte Hofstetter zitierte: «Die Behauptungen der Milchkritiker werden immer frecher.»

Am Liebsten würde die SMP ja all diese milchkritischen Rotzlöffel ohne zNacht ins Bett schicken, aber in der Not tun es auch ein paar Abschnitte in der Stellungnahme zum Tag der Pausenmilch – und der übrigens ist «nicht “Werbung”», denn «Swissmilk vertritt keine Marke, sondern die ganze Gattung der einheimischen Milch und Milchprodukte.»

Der ganze erste Teil kümmert sich unauffällig um organisatorische Angelegenheiten. Einzig der scheinheilige Absatz zu zuckerhaltigen Aromen fällt auf: «Weil wir aus gesundheitlichen Gründen den Fokus auf Milch nature setzen, haben wir das Sortiment der aromatisierten Milchgetränke auf zwei Sorten (Ovomaltine und Erdbeer) beschränkt.»

Auf der Webseite findet man dazu sogar noch Folgendes: «Die Tendenz zu Übergewicht schon im Kindesalter und Fehlernährung unter Jugendlichen nimmt zu. Deshalb wird auch dieses Jahr die Milch wieder als abwechslungsreiche Zwischenverpflegung und gesunde Alternative zu Süssgetränken und Snacks präsentiert.»

Die Sorge punkto Fehlernährung unter Jugendlichen wäre wohl glaubwürdiger, wenn die Ovo und das Erdbeeraroma gar nicht erst auf dem Bestellformular für den Tag der Milch aufgeführt würden.

Den grössten Teil der Stellungnahme widmet Swissmilk dann ab Seite 2 den «Kritischen Stimmen», genauer den ketzerischen VeganerInnen. Diese würden für ihr Anliegen zu radikalen Methoden greifen (siehe Bilder). Trotz «geringer Glaubwürdigkeit» sei die Bewegung der veganen Ernährung ein ernst zu nehmendes Thema. Es folgt der traditionelle Verweis auf Milch als «ideale Quelle für Kalzium, Eiweiss und Vitamin D» und Behauptungen, von denen unklar ist, wie die überhaupt legal sein dürfen: «Die Milch ist […] unentbehrlich für unsere Gesundheit.» – Wie erklären sich die Menschen, die sowas glauben bloss die weltweit Millionen VeganerInnen, die seit Jahren und Jahrzehnten ohne Milch überleben? Um dieser Dreistigkeit noch einen Anstrich von Objektivität zu verpassen, wird das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit bemüht, nicht aber das Statement zum Thema der Academy of Nutrition and Dietetics, der weltweit grössten Vereinigung von Ernährungsexperten: «Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschliesslich Schwangerschaft, Stillzeit, früher und späterer Kindheit und Adoleszenz.»

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Der veganistische Aktivist greift zu radikalen Mitteln: einem Lächeln.
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Die jungen Männer haben keine Chance gegen die radikale Charme-Offensive der jungen Aktivistin.

Ein weiteres Highlight ist die veraltete Behauptung, Milch würde die Knochen stärken. Dazu ganz interessant ist eine Feststellung des Wissenschafts-Fachzeitschrift Pediatrics (Pädiatrie): «(…) Weder ein erhöhter Konsum von Milchprodukten, (…) noch die Gesamt-Calciumzufuhr zeigte einen Nutzen für die Knochengesundheit von Kindern oder jungen Erwachsenen.»

Viel entscheidender für starke Knochen sind gute Gene und körperliche Betätigung, also Sport.

Auch die pflanzlichen Milchalternativen kriegen natürlich ihr Fett weg. Dieses Bashing mündet in einem sehr verwunderlichen Finale: Am Tag der Pausenmilch würden pflanzliche Ersatzprodukte in der Nähe des Milchausschanks nicht toleriert. Swissmilk ruft zum “Rätsche” auf: «…empfehlen wir umgehend die Schulleitung zu kontaktieren und uns danach ebenfalls zu informieren.» Auf welcher rechtlichen Grundlage sich die SMP diese Bevormundung erlaubt, würde uns schon interessieren…

Und wer denkt, frecher geht’s nimmer, für den hat die Swissmilk noch ein Zückerli: «wir kennen keine landwirtschaftlichen Industriehöfe und keine Massentierhaltung»

 

Hier geht’s zu den Milch-Mythen

Kommentare

5 Kommentare

  • Hoi zäme!
    Auf der oben genannten Webseite funktioniert der Link zur Stellungnahme von Swissmilk zum Tag der Pausenmilch 2016 nicht mehr. Habt Ihr den irgendwo abgespeichert? Diesen würde ich sehr gerne als Grundlage verwenden für ein paar grundsätzliche Fragen an unseren lieben Milchverband swissmilk.
    Besten Dank und beste Grüsse
    Marcel

    Antworten
  • Eine Abgabe von Äpfeln oder auch anderen Früchten wäre genau das Richtige. Aber bitte keine mit Glyphosat verseuchten Früchte aus konventionellem Anbau sondern Bio-Früchte

    Antworten
    • Bei uns wurde der “Tag der Milch” durch einen Früchte-Znüni ersetzt. : )

      Antworten
  • “An apple a day keeps the doctor away”.
    Als ich noch ein Schulkind war, gabs im Herbst zur Pause pro Klasse einen Harass frische, knackige Äpfel.
    Diese Tradition sollte schweizweit wieder eingeführt werden. Insbesondere auch darum, wenn sich das BAG krampfhaft überlegt, wie man die Bevölkerung zum Konsum von mind. 5 mal Früchte oder Gemüse pro Tag animieren könnte. Das wäre ein Beitrag und ein Anfang zum Umdenken.

    Antworten
    • Hallo Marianne
      Den Tag des Pausenapfels gibt es auch noch. Ist quasi eine ähnliche Aktion wie die von Swissmilk – aber halt einfach mit Äpfeln und betrifft 4 Äpfeltage (entweder 4 Äpfel in 1 Woche oder 2 Äpfel in 2 Wochen).
      http://www.swissfruit.ch/de/pausenapfelaktion

      Diese Aktion begrüssen wir natürlich.

      Antworten

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