Vegan für die Tiere

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Letztes Jahr war ich als Gast dabei. Es wurde viel über das Thema Vegan gesprochen – die Vorteile von Vegan für unsere Umwelt, die Vorteile von Vegan für uns selbst und die Vorteile von Vegan für… na, was wohl? Wer jetzt spontan an die Tiere denkt, den muss ich enttäuschen, es ging nicht um die Tiere – es ging… um die Vorteile von Vegan für das eigene Geschäft. Du ziehst deine rechte Augenbraue nach oben? Dann ergeht es dir so wie mir vor einem Jahr. Wie kann es sein, dachte ich, dass niemand der Vortragenden auf die Tiere eingeht? Liegt es doch auf der Hand, dass die Tiere die ersten sind und am meisten davon profitieren, wenn wir sie nicht mehr für unsere Gaumenfreuden ausnutzen oder gar aufessen würden.

Das sollte sich dieses Jahr ändern, denn dieses Jahr wurde ich als Rednerin eingeladen und als Vertreterin der Veganen Gesellschaft Schweiz wollte ich ganz bestimmt den Stimmlosen meine Stimme geben – denn es geht beim Thema Vegan den meisten vor allem um die Tiere.

Und da sass ich nun zusammen mit einigen wenigen anderen vegan lebenden Menschen, einigen VegetarierInnen und einer Menge „tierlieber“ FlexitarierInnen, die sicher immer darauf achten, nur ganz wenig Fleisch zu essen, und wenn, dann nur Bio. So rechnete ich fast schon mit entsetzten Blicken, mit Kopfschütteln oder vielleicht sogar mit einer Diskussion am Ende meines Vortrages, in dem ich sagte, dass es den Tieren in der biologischen Landwirtschaft sicherlich besser geht, als denen in konventionellen Mastbetriebe, dass es sich aber nichtsdestotrotz auch im Biobetrieb um eine Ausbeutung von empfindungsfähigen Lebewesen handelt. Auch die Tiere dort sind und bleiben Nutztiere, die vom Menschen wie Dinge behandelt werden und denen wir jegliches Recht auf ein leidfreies Leben verwehren. Dass jedoch ein Teilnehmer mich mitten im Vortrag unterbrechen und mir voller Wut das Soja-Regenwald-Argument (Jede vegan lebende Person kennt dies und wir schämen uns alle ganz doll, denn für unser Soja wird der Regenwald in Südamerika abgeholzt) entgegenpoltern würde, damit rechnete ich nicht. Danke, einfacher hätte man mir es nicht machen können. Mit einem unwahren Gegenargument kann ich gut leben, aber die Tiere, die können eben mit dem Bio-Label nicht leben. Und darum geht es mir.

Und so wurde auch dieses Jahr wieder einen Tag lang vor FirmenvertreterInnen über das Thema Vegan gesprochen – die Vorteile von Vegan für unsere Umwelt, die Vorteile von Vegan für uns selbst und die Vorteile von Vegan für das eigene Geschäft. Und einmal auch über die Vorteile von Vegan für die Tiere.

 

 

Kommentare

5 Kommentare

  • Gut, das Du die ethische Komponente thematisiert hast. Auch wenn ich selbst noch “Flexitarier” (wo kommt das eigentlich her?) zu sein schein, ist das für mich neben den positiven wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgewirkungen veganer Lebensweise ein ganz entscheidendes Argument, mein Ernährungsverhalten und meine Einstellung zum Mensch-/Tierverhältnis fundamental zu überdenken.
    Danke dafür und viel Erfolg Dir und allen Mitstreitern auf Eurem Weg!

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  • Es wäre ja noch lustig, wenn der Reagierende aus dem Publikum dies als Witz deklariert hätte, aber der meint das womöglich noch ernst. Und noch schlimmer ist, dass so viele mit “Bio” ihr Gewissen beruhigen und damit genau so viel Leid bewirken…

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  • Das möchte ich korrigieren das wir Veganer- Vegatarier schuld an dem abholzen vom Regenwald sind. Soja braucht man für die Tiere- Masttiere! Laut Bericht von SRF.
    Toll das es Euch gibt
    Lg Monika

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    • Zum grössten Teil hast du ja Recht, dass das meiste Soja aus Südamerika kommt und vor allem für die Tiermast gebraucht wird. Da fällt das bisschen für uns Veganer, Vegetarier gar nicht so sehr ins Gewicht. Trotzdem, wie lange brauchen eigentlich die Schweizer-Bauern noch, bis sie endlich auch hier Soja im grossen Stil anbauen? Und auch die vielen (eigentlich einheimischen) Gemüse? Den ganzen Winter hätte ich z.B. Spitzkabis nur aus Spanien kaufen können. Wenn man dann Filme über diese riesigen Monokulturen mit den grossen Giftpfützen sieht verzichtet man lieber.

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      • Also wenn ich die Deklaration auf den jeweiligen Produkten lese, sehe ich, dass für den Soyadrink und den Tofu Bohnen aus Italien verwendet werden. Sogenanntes Bio- Soya. In der Schweiz werden die Landwirtschaftsflächen mit Futtermais, einem Starkzehrer, der viel Dünger benötigt und nur in Monokultur angebaut wird zugekleistert. Das Neuste ist, dass Palmöl aus Malaysia dem Kraftfutter für Milchkühe zugefügt wird. Man stelle sich mal diese Absurdität vor.
        Das Argument dieses Bauern während dem Vortrag sollte ein Killerargument sein. Wir Veggies müssen gut informiert sein dann können wir diese Schwätzer mundtot machen.

        Antworten

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