Cré­me­rie Véga­ne – Der Käse der Zukunft

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Vom ambi­tio­nier­ten Plan…

Aller Anfang war das Prö­beln von Soheil Azzam. Er ver­zich­te­te auf­grund einer Auto­im­mun­erkran­kung auf Milch­pro­duk­te und Glu­ten – was er jedoch wäh­rend die­ser Jah­re ver­miss­te, war fei­ner Käse. Aus die­sem Bedürf­nis her­aus, folg­ten vie­le Expe­ri­men­te und Degus­ta­tio­nen. Dabei tat sich der Gra­fi­ker mit Toch­ter und Künst­le­rin Male­na Azzam und deren Part­ner Mou­rad Cher­aït zusam­men.

Zuerst pro­bier­ten sie es mit ver­schie­de­nen Nüs­sen aus, blie­ben dann aber bei Cas­hew­ker­nen, weil die­se zum bes­ten Gesamt­re­sul­tat führ­ten. Zudem hat­ten sie den Anspruch, ein bio­lo­gi­sches, ethisch fai­res und hand­werk­li­ches Pro­dukt her­zu­stel­len.

…zum eige­nen Laden

Nun, eini­ge Jah­re spä­ter, hat die Kund­schaft eine rei­che Aus­wahl in der Kühl­vi­tri­ne in der Cré­me­rie Véga­ne in Genf vor sich. Der Weg dahin war gar nicht so ein­fach – das Crowd­fun­ding schien bereits zu schei­tern, als in den letz­ten drei Tagen die noch feh­len­den CHF 35’000.– zusam­men­ka­men. Dann gab es Pro­ble­me beim Umbau des Ladens sowie bei der Lie­fe­rung der Rei­fe­käs­ten, und der Eröff­nungs­ter­min ver­schob sich. Mit einem hal­ben Jahr Ver­zö­ge­rung wur­de schliess­lich Anfang 2018 die Eröff­nung gefei­ert. Nur hat­ten sie dann noch immer nicht alle Rei­fe­käs­ten und so muss­te, auf­grund gros­ser Nach­fra­ge, der Ver­kauf von eini­gen Käse­ar­ten pro Käufer*in, limi­tiert wer­den.

Erst der Anfang

Der Camem­bert reift vier Wochen lang, bis er den unver­gleich­li­chen Geschmack aus der Erin­ne­rung ent­wi­ckelt hat. Dann hat er die­se mil­li­me­ter­di­cke Haut und ein Aro­ma, das einen gros­se Augen machen lässt. Kein Wun­der also, läuft der Ver­kauf so gut. Manor wäre bereits inter­es­siert dar­an, den Käse in ihren Filia­len zu ver­trei­ben und zu expor­tie­ren, sogar in die USA. «Soweit sind wir noch lan­ge nicht, wir sind so klein und nur zu dritt.» lacht Mou­rad Cher­aït, hebt die Arme und zeigt auf die Tür hin­ter der The­ke, wo sie den Käse her­stel­len. «Am liebs­ten wären uns sowie­so Läden in ver­schie­de­nen Städ­ten, um klein und hand­werk­lich zu blei­ben. Sonst lei­det die Qua­li­tät.»

Als ers­tes kommt nur die Aus­lie­fe­rung in Bio­lä­den in der West­schweiz in Fra­ge, danach möch­ten sie sich auf Frank­reich kon­zen­trie­ren. «Da gibt es noch so wenig, die haben sol­che Alter­na­ti­ven viel nöti­ger als die Deut­schweiz.» Doch momen­tan sind auch das noch Wunsch­träu­me: «In ein paar Mona­ten – spä­tes­tens bis im Win­ter – soll­ten wir beim Ende der Rech­nun­gen ange­kom­men sein. Dar­auf arbei­ten wir momen­tan hin, dann sehen wir wei­ter.» Wir sind auf jeden Fall gespannt, was von der vega­nen Käse­rei in Genf noch kommt!

Übri­gens: Darf vega­ner Käse über­haupt Käse genannt wer­den?

Der Camem­bert in der Cré­me­rie Véga­ne zumin­dest heisst «Tome VI». Damit gehen die drei auf Num­mer sicher, denn Swiss­milk ging 2017 recht­lich gegen den Namen der Mar­ke «Hap­py Chee­ze» vor. Im Gegen­satz zum EU-Raum gibt es in der Schweiz jedoch noch kein abschlies­sen­des Gerichts­ur­teil. Grund­sätz­lich ist es hier so defi­niert, dass Käse nur «Käse» genannt wer­den darf, wenn er aus Milch von Säu­ge­tie­ren her­ge­stellt wur­de. Dabei stammt das Wort Käse vom Latei­ni­schen Caseus bezie­hungs­wei­se dem Urin­do­ger­ma­ni­schen *kwat-, wo es so viel wie «sau­er werden»/«überreif sein» bedeu­te­te. Also wir hät­ten da einen Vor­schlag für eine zeit­ge­mäs­se Lösung: Käse als neu­tra­len Begriff benut­zen und ihn mit der Grund­zu­tat wei­ter spe­zi­fi­zie­ren, sodass es Kuh­milch-Käse oder Cas­hew-Käse heis­sen wür­de. Letz­te­rer hat eh mehr Zukunfts­chan­cen, oder?

Kommentare

3 Kommentare

  1. Toni Waelti
    vor 4 Wochen

    und wo, bit­te, fin­det man die Adres­se? Ich bin im Juni im Wal­lis, und möch­te die­se vega­ne "Käse­rei" unbe­dingt auf­su­chen.
    Wäre schon von Vor­teil, wenn man hier auch die Adres­se ange­ben wür­de.
    Gruss und dan­ke
    Toni

    Antworten
    1. Adrian (VGS)
      vor 4 Wochen

      Lie­ber Toni

      Die Kon­takt­da­ten sind ganz leicht über Goog­le zu fin­den. Ich habe sie für dich her­aus­ge­sucht:

      Adres­se: Rue de la Fer­me 9, 1205 Genè­ve
      Öff­nungs­zei­ten:
      Mon­tag Geschlos­sen
      Diens­tag Geschlos­sen
      Mitt­woch 11:00–19:00
      Don­ners­tag 11:00–19:00
      Frei­tag 11:00–19:00
      Sams­tag 11:00–18:00
      Sonn­tag Geschlos­sen

      Tele­fon: 022 800 18 84

      Ich hof­fe, ich konn­te dir damit hel­fen.
      Lie­be Grüs­se

      Antworten
  2. Martin Wollenschläger
    vor 8 Monaten

    Ich fin­de das super jetzt muss ich mal nach Genf um die­se Lecke­rei zu pro­bie­ren!
    Das war seit Jah­ren schon mein Traum Käse ohne Milch und ohne Soja!
    Wün­sche die­sem Geschäft viel Erfolg!
    Mar­tin Wol­len­schlä­ger

    Antworten

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