Drei Fragen zur Massentierhaltungsinitiative

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Die Massentierhaltungsinitiative nähert sich mit bereits über 55’000 gesammelten Unterschriften ihrem zweiten Sammelsommer. Wir wollen die Aufbruchstimmung nutzen und haben Sentience Politics-Co-Geschäftsführerin Meret Schneider drei Fragen zur Initiative gestellt:

  1. Die Massentierhaltungsinitiative von Sentience Politics fordert, dass alle «Nutztiere» nach den Richtlinien von Bio Suisse gehalten werden. Weshalb habt ihr euch für diese Bio-Standards entschieden?

    «Erst hatten wir das Ziel, uns an öffentlichen Standards des Bundes zu orientieren. Dies wären namentlich RAUS oder BTS. Wie wir aber wissen, führen die BTS – Standards insbesondere bei den Hühnern, wo die meisten Individuen betroffen sind, zu nur marginalen Verbesserungen. Ziel war es, die strengsten Richtlinien zu eruieren, die der Bevölkerung dennoch ein Begriff sind und nicht offensichtlich zu einer kompletten Abschaffung der landwirtschaftlichen Tierhaltung führen würden, damit die Initiative in der Kampagne nicht als eindeutig undurchführbar bezeichnet wird. Die Bio Suisse Standards sind nach KAG-Freiland und Demeter die strengsten, die in der Schweiz existieren. Dennoch gibt es einige Bio-Höfe und Bio-Bauern, die danach produzieren, sodass wir in der Debatte auch die Tatsache ins Feld führen können, dass Landwirtschaft ohne Massenproduktion erwiesenermassen funktioniert.»
  2. Beispiel Masthühner: Die Bestände müssten nach Annahme der Initiative von 27’000 auf 5’000 reduziert werden. Warum ist das besser für die Hühner?

    «Für das einzelne Huhn unter 5000 ist das tatsächlich keine grosse Verbesserung. Es geht uns aber darum, die Produktion von tierischen Erzeugnissen massiv zurückzufahren und mit diesem Standard wäre pro Fläche nur noch ein Bruchteil der aktuellen Tierbestände möglich. Wir müssen dabei insbesondere an die Hühner denken, die dadurch nicht dort sind und dadurch eben nicht unter der Nutzung leiden. Ausserdem streben wir natürlich eine starke Verringerung des Angebots an Tierprodukten und dadurch eine starke Verteuerung derselben an. Last but not least gilt es zu bedenken, dass die Verkleinerung der Höchstbestände nicht die einzige Massnahme für die Hühner wäre: Es kämen täglicher Weidezugang, mehr Platz, kein Schnabelcoupieren und viele weitere Veränderungen hinzu, von denen auch das individuelle Huhn profitieren würde.»
  3. Wie reagieren die Leute auf der Strasse, wenn erklärt wird, worum es bei der Initiative geht?

    «Die allermeisten reagieren mit: «Aber in der Schweiz gibt es keine Massentierhaltung, da müssen sie im Ausland schauen». Sobald man ihnen jedoch ein, zwei Facts aus der Schweizer Tierhaltung aufzeigt, die tägliche Praxis sind, sind sie sehr schockiert. Viele wissen nichts über Schweinehaltung und haben schlicht die Heidiland-Bilder aus der Werbung vor Augen, wenn sie an Schweizer Landwirtschaft denken. Das ist ein weiterer Mehrwert der Initiative: Es ist gleichzeitig eine Aufklärungskampagne an der Bevölkerung. Natürlich gibt es immer jene, die einfach antworten «Nein, ich will günstiges Fleisch», aber grossmehrheitlich sind die Leute sehr positiv und unterschreiben bereitwillig.»

Die Vegane Gesellschaft Schweiz sieht mit der Annahme der Initiative zwar nicht die Herstellung des gewünschten Optimalzustandes, wohl aber einen wichtigen grossen Schritt auf ihn zu. Bei einer Annahme würden voraussichtlich:

– deutlich weniger Tiere in eine Nutzungsexistenz gezwungen, welche darüber hinaus noch unter weniger schlechten Bedingungen leben könnten.

– die grösseren Aufwände für die Herstellung der stark subventionierten Tierprodukte zu einer preislichen Anpassung nach oben führen, was den Preis-Gap zu tierfreundlichen Produkten verkleinert.

Alle, denen eine tierfreundlichere Welt ein Anliegen ist, sind herzlich eingeladen, ab 28. März 2019 zweimal monatlich verschiedenen unterstützenden Organisationen im Rahmen von Power-Sammel-Days beim Unterschriftensammeln zu helfen.

Die Daten dafür findet ihr demnächst auf der Facebook-Seite der Massentierhaltungsinitiative.

Kommentare

Ein Kommentar

  • Es ist nicht nur die ethische Tat für as Wohl der Tiere sondern auch für usnere Erde…und solange ein Tier für uns Menschen leidet, leidet auch die Menschheit

    Antworten

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