Weshalb Schweine zu den klügsten Tieren gehören

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Schweine haben einen schlechten Ruf: Sie gelten als dumm und dreckig. Wer sich aber länger mit diesen Tieren befasst, erkennt schnell, dass der Ausdruck «du Schwein» eigentlich überhaupt keine Beleidigung ist. Gastbloggerin Amélie hat sich das genauer angeschaut.

 

  1. Ein äusserst reinliches Tier

Im Gegensatz zum Menschen haben Schweine keine Schweissdrüsen, deshalb sind sie geruchlos. Weil sie ihre Temperatur von innen nicht regulieren können, suhlen sie sich im Schlamm, um sich abzukühlen und um ihre Haut vor der Sonne zu schützen. Ein Schwein achtet auch akribisch darauf, dass es mit seinen Ausscheidungen nicht in Kontakt kommt. Entsprechend einfach ist es, ein Schwein als Haustier stubenrein zu erziehen. Dreckig ist ein Schwein nur, wenn es auf einer so kleinen Fläche gehalten wird, dass es gezwungen ist, in seinem eigenen Kot und Urin zu leben.  

 

Idealerweise haben Schweine Erde zum Wühlen und Abkühlen, wie hier auf dem Hof Ring, wo die Tiere nicht nützen müssen.

 

  1. Ein äusserst soziales Wesen

In Schweinerudel herrscht eine klare Rangordnung. Wie bei den Menschen mögen sich gewisse Schweine, während sie anderen lieber aus dem Weg gehen. Langjährige Schweine-Freundschaften werden oft auch über die Verwandtschaft hinaus gebildet. Gleichzeitig gibt es – wie in den besten Familien – manchmal auch Streit, was die Schweine nachweislich unter Stress versetzt.

  1. Abschauen von den anderen

Schweine können auch von ihren Artgenoss*innen abschauen und lernen. Ein Experiment der Universität Wien (siehe Video) zeigte, dass kleine Ferkel von ihren Müttern lernen, wie sie eine Tür öffnen, um an Essen zu gelangen. Die Türe liess sich auf Links und Rechts öffnen und gemäss dem Experiment, öffneten die Ferkel die Tür mehrheitlich in die Richtung, wie es ihnen ihre Mutter vorgezeigt hatte. Interessant ist allerdings auch, dass gewisse Ferkel ganz eigene Arten der Türöffnung entwickelten. Was nicht nur für die Intelligenz, sondern auch für den eigenen Charakter eines jeden Schweins spricht.  

  1. Schweine erkennen sich im Spiegel

Dass Schweine ihren Namen kennen und darauf reagieren, ist bereits seit längerem bekannt. Viele wissen allerdings nicht, dass Schweine zu den wenigen Tieren gehören, welche das Konzept des Spiegels verstehen und sich auch selbst darin erkennen. Nicht alle Schweine sind gleich begabt,  aber immer wieder gibt es Exemplare, die ganz genau wissen, was vor sich geht. So wurde beispielsweise bei einem Experiment ein Spiegel montiert, der Essen auf der anderen Seite einer Wand spiegelt. Mehrere Schweine haben die Konstruktion innert Sekunden durschaut und sind gleich zum Essen in die andere Richtung gerannt.  

 

  1. Menschliche Gesichter ausfindig machen

Fast noch verblüffender ist, dass Schweine Bilder von menschlichen Gesichtern erkennen. Auch dies konnte bereits anhand eines Experiments nachgewiesen werden: Auf einem Touchscreen waren zwei Bilder zu sehen; jeweils eines von einem Gesicht und eines von einem Hinterkopf. Wollten die Schweine etwas zu Essen, mussten sie mit ihrer Schnauze auf das Gesicht tippen. Viele Schweine meisterten die Übung mit einer sehr hohen Trefferquote.

 

  1. Die Fähigkeiten eines unterschätzten Tiers

Diese beeindruckenden Fähigkeiten sind höchstwahrscheinlich erst der Anfang. Das Schwein wurde nämlich lange Zeit unterschätzt und oft wird es unter Bedingungen gehalten, die es ihm nicht ermöglichen, sein Potential zu entfalten. Erst seit Kurzem wurde damit begonnen, ihre Intelligenz zu untersuchen. Wer weiss, ob die Tiere nicht noch ganz andere Fähigkeiten besitzen, die sich unserer Wahrnehmung bis anhin entzogen haben?

2,5 Millionen Schweine werden jedes Jahr in der Schweiz gezüchtet, der Grossteil sieht erst am letzten Tag Sonnenlicht.

 

Schon gewusst…

…, dass in der Schweiz auf der Fläche eines Parkplatzes elf ausgewachsene Mastschweine gehalten werden dürfen?

…, dass das durchschnittliche Schweizer Mastschwein sein natürliches Verhalten nicht ausleben kann? Statt einer Wiese zum Wühlen steht dem Schwein nur ein Betonboden zur Verfügung.

…, dass alle Schweine in der Schweiz im Kindesalter geschlachtet werden? Schweine sind erst im Alter von fünf Jahren ausgewachsen, erreichen aber bereits nach sechs Monaten das ideale Schlachtgewicht..

 

Die Nachfrage nach Schweinefleisch in der Schweiz ist seit Jahren rückläufig. Mach auch du mit, in dem du dich stattdessen für die unzähligen Fleischalternativen aus Erbsen, Soja und anderen pflanzlichen Proteinen entscheidest!

 

Amélie Lustenberger arbeitet in der Kommunikation einer Non-Profit-Organisation. Das Wohl der Tiere liegt ihr sehr am Herzen, deshalb bloggt sie ab und zu auf vegan.ch. Wenn auch du Lust hast, einmal etwas beizutragen, dann melde dich bei anja@vegan.ch!

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