Wieso ist Kuhmilch noch immer günstiger? + Rezepte für pflanzliche Milch

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Das Angebot an pflanzlichen Milchalternativen ist mittlerweile riesig. Nach wie vor ist allerdings ein Liter Haferdrink bis doppelt so teuer als ein Liter Kuhmilch, obwohl die Herstellung der pflanzlichen Alternativen um ein Vielfaches günstiger wäre. Wieso eigentlich? Gastbloggerin Conny hat recherchiert.

 

Die Schweizer Milchwirtschaft befindet sich seit Jahren in der Krise. Fallende Milchpreise und der Konkurrenzdruck durch Importe tragen dazu bei. Ohne Direktzahlungen des Bundes könnte die Milchproduktion in der Schweiz nicht aufrechterhalten werden: Zu teuer sind die Herstellungskosten für den Preis, der dann im Laden verlangt wird.¹ Konsument*innen würden es sich also zweimal überlegen, Milchprodukte in ihren Einkaufskorb zu legen. Gemäss einem Artikel aus der Zeit und dem Bundesratsbericht im März 2019 haben die staatlichen Beiträge für einen durchschnittlichen Milchhof zwischen 2000 und 2015 um 60 Prozent zugenommen. Das bedeutet: Steuerzahler*innen unterstützen jeden Liter Milch mit 57.3 Rappen. Und kaufen den Liter dann für zusätzlich ca. 1.80 CHF im Laden.²

Auch der Branchenverband swissmilk – zuständig für das Marketing von Milchprodukten in der Schweiz – erhält Gelder vom Bund. Gemäss eigenen Aussagen finanziert sich swissmilk zwar zu mehr als 50 Prozent aus Mitgliederbeiträgen der Milchbäuer*innen, ganze 21 Prozent hingegen stammen jährlich vom Bund und damit faktisch von den Steuerzahler*innen.³ Diese bereitgestellten Mittel müssen zwangsläufig ins Marketing von Kuhmilch investiert werden und dafür sorgen, dass Milchprodukte weiterhin zahlreiche Abnehmer*innen finden. Nebst Subventionen hilft der Staat also auch bei Marketingmassnahmen nach.

 

Wieso sind pflanzliche Milchdrinks meist teurer?

Pflanzendrinks sind in der Herstellung einiges günstiger als Kuhmilch. Das erklärt also nicht die nach wie vor höheren Preise für Pflanzendrinks. Den Trend hin zu pflanzlichen Milchdrinks haben die Grossverteiler nicht verschlafen: Mittlerweile sind die Regale bei den Grossverteilern reich gefüllt mit unterschiedlichen Alternativprodukten zahlreicher Marken. Darunter sogar Eigenmarken. Die Preise dafür reichen von beinahe gleich viel (z.B. Coop, ein Liter Milch 1.65 CHF / ein Liter Sojadrink 1.95 CHF) bis fast doppelt so viel wie beim Karma Bio-Haferdrink für 2.95 CHF. Und Hafermilch scheint in unserer Community die beliebteste Milchalternative zu sein. Zurück zu den Direktzahlungen und den knapp 60 Rappen, die Steuerzahler*innen gemäss Bundesratsbericht pro Liter Milch bezahlen: Rechnen wir auf den Ladenpreis von herkömmlicher Milch diese 60 Rappen pro Liter Direktzahlungen hinzu, kommen wir auf einen durchschnittlich höheren Preis bei der Kuhmilch als für Sojamilch.  

Der höhere Preis lässt sich sicherlich auch dadurch begründen, dass Pflanzendrinks nach wie vor zu Nischenprodukten gehören, was die Grossverteiler Migros und Coop bestätigen. Gemäss Migros sind die Entwicklungskosten und die Kosten der ganzen Logistikkette höher und die Absatzmenge von Pflanzendrinks kleiner. Und auch Coop gibt an, dass beispielsweise bei der Bio-Hafermilch von Karma die kleine Produktionsmenge den Preis bestimme. Allerdings zeigt der Trend in eine andere Richtung – vor allem da mittlerweile grosse Player in der Lebensmittelbranche ihr Sortiment um pflanzliche Alternativen erweitern, wie beispielsweise Emmi Anfang 2020 mit ihrer «Beleaf»-Linie oder Coca-Cola Schweiz mit ihren «AdeZ»-Milchgetränken.

Wie immer reguliert auch hier Angebot und Nachfrage den Markt: Je mehr Absatz mit solchen Produkten erzielt wird, umso mehr steigen ins Geschäft ein und der Konkurrenzdruck steigt, was wiederum auch zu sinkenden Preisen führt. Bis allerdings Pflanzenmilch auf der gleichen Stufe steht wie herkömmliche Milchprodukte, kann es noch dauern. Bis dahin kann man Pflanzendrinks auch ganz einfach und günstig selber herstellen. Alles was es dazu braucht, ist eine gute Küchenmaschine, ein Küchentuch und etwas Geduld.


Quellen:
¹ www.agrarbericht.ch/de/politik/direktzahlungen/finanzielle-mittel-fuer-direktzahlungen, 3. August 2020
² www.zeit.de/2019/12/milch-landwirtschaft-kuehe-milchproduktion-subventionen-milchkonsum, 3. August 2020
³ www.swissmilk.ch/de/produzenten/ueber-uns/finanzierung/mittelherkunft-mittelverwendung, 3. August 2020

 

 

Rezept für 1 Liter Hafermilch

Einen Liter Wasser mit 80 g Haferflocken, 2 bis 4 Datteln (oder etwas anderem zum Süssen), etwas gemahlener Vanille, 2 Esslöffel Sonnenblumenöl und 1 TL Sojalecithin (damit sich das Fett mit dem Wasser verbindet und sich die Milch aufschäumen lässt) in den Mixer geben, bis eine feine Flüssigkeit entsteht.
Zum Passieren der Milch eignet sich ein Gazetuch, ein ungebrauchter Nylonstrumpf oder einfach ein feines Geschirrtuch. Eine Schüssel damit auslegen, Hafermilch hineingeben und das Tuch auspressen. Je nach Vorliebe kann man das Filtern auch weglassen, das macht die Milch reichhaltiger.

Wenn’s schnell gehen muss:
5 dl Wasser mit 40 g Haferflocken mixen. Die Hafermilch durch ein Tuch filtern.

 

Rezept für Nussmilch

Nüsse (Hasel-, Baumnüsse, Cashewkerne, Mandeln oder Pekan-, Para-, Macadamianüsse)  6 bis 12 Stunden in kaltem Wasser einweichen. Mit frischen Wasser im Verhältnis 1:3 (1 Teil Nüsse, 3 Teile Wasser) mixen. Mit weniger Wasser erhält man eine rahmige Konsistenz, ideal zum Beispiel für eine Rahmsauce oder einen reichhaltigen Smoothie.

Zum Passieren der Milch eignet sich ein Gazetuch, ein ungebrauchter Nylonstrumpf oder einfach ein feines Geschirrtuch. Dieses in eine Schüssel legen, Nussmilch hineingeben und auspressen. Je nach Vorliebe kann man das Filtern auch weglassen, das macht die Milch nahrhafter.

Wenn’s schnell gehen muss:

2 dl Wasser mit 2 bis 4 EL Nussmus mixen.

 

Rezept für Sojamilch

100 g Sojabohnen über Nacht einweichen. Mit frischem Wasser gar kochen (rund 60 Minuten, schneller gehts im Dampfkochtopf), ableeren und in einem Sieb abspülen. 

Einen Liter frisches Wasser, eine Prise Salz und nach Vorliebe 2 Datteln, Zucker oder etwas anderes zum Süssen in den Mixer geben. Ein Gazetuch oder ein feines Geschirrtuch in eine eine Schüssel legen, Sojamilch hinzugeben und das Tuch auspressen. Übrig bleibt Okara, das sich zum Beispiel für die Weiterverarbeitung in Burger eignet. 

 

Conny sammelt leidenschaftlich neuste Erkenntnisse zum veganen Lifestyle und hat es nebenbei zu ihrem Hobby gemacht, ihr Umfeld mit veganen Backwaren zu überschwemmen. Für vegan.ch verfasst Conny regelmässig Blogbeiträge zu unterschiedlichsten Themen der veganen Lebensweise.

Kommentare

Eine Antwort

  1. Für die heimische Produktion von Pflanzenmilch kann ich Chufamix empfehlen, das zusammen mit einem Bamix (oder ähnlichem Mixer) die Produktion von Pflanzenmilch erheblich erleichtert.
    Zusammen mit dem Produkt erhalten Sie ein PDF mit vielen Rezepten für Pflanzenmilch, die ich Ihnen hier schenken werde:

    https://drive.google.com/drive/folders/1p0B7ImI4NgJjJ6Aszb30rLoIEJ3VanOI

    Anmerkung:
    Ich habe kein geschäftliches Interesse, ich bin nur ein glücklicher Kunde.

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