5 Punkte, wie Nestlé, Emmi und Co. den veganen Markt verändern

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Wer für den Lebensmittelmarkt der Zukunft gerüstet sein will, setzt auf pflanzliche Alternativen. Ob Bell, Emmi oder Nestlé: Die Supermarktregale füllen sich ständig mit neuen Produkten. Diese Entwicklung sorgt nicht nur für Freude unter Veganer*innen. Wir fassen die positiven und negativen Seiten dieses Wettlaufs der Grosskonzerne zusammen.

 

1. Pro: Finanzkräftige Unternehmen fördern vegane Innovationen

War es vor 10 Jahren noch schwierig, Convenience-Produkte abseits von Tofu und Quorn zu finden, so kann die Entscheidung vor dem Supermarktregal heute schon fast überfordern. Die steigende Nachfrage führt dazu, dass sich die Nahrungsmittelkonzerne ein regelrechtes Wettrennen liefern, wer das nächste, noch innovativere pflanzliche Produkt auf den Markt bringt. 

Während auch viele Start-ups an Alternativen zu Tierprodukten forschen, werden die immer schneller auf den Markt gelangenden Innovationen vor allem durch die finanzkräftige Unterstützung von Grosskonzernen wie Unilever, Nestlé und Co. ermöglicht. So finanzierte beispielsweise Tyson Foods, einer der weltweit grössten Vermarkter von Fleisch, die Entwicklung des Beyond Burger mit. 

 

2. Pro: Vegan wird sichtbar

Die Omnipräsenz von pflanzlichen Produkten setzt auch ein Zeichen. Ein Zeichen, dass die vegane Ernährung ein anerkannter Bestandteil der heutigen Gesellschaft ist. Firmen wie Nestlé oder Emmi haben natürlich ein Interesse daran, ihre veganen Produkte bekannt zu machen und sie im Supermarkt so sichtbar wie möglich zu platzieren. Die Präsenz in den Regalen und in der Werbung führt dazu, dass immer mehr Menschen mit tierleidfreien Alternativen in Berührung kommen. 

Wurde die vegane Ernährung vor wenigen Jahren noch als Trend bezeichnet, beweisen die jüngsten Bemühungen von Nahrungsmittelkonzernen im veganen Sektor, dass auch sie den veganen Lifestyle eher als eine langfristige Entwicklung sehen. Das verändert wiederum die öffentliche Diskussion zum Thema Veganismus und regt immer mehr Menschen zum Nachdenken an. 

 

3. Pro: Vegan wird einfach

Der Lachs zum Sonntagsbrunch, eine Bratwurst auf dem Grill, die Fertigpizza im Ofen oder Chicken Nuggets mit Pommes – all diese bekannten Geschmäcker und Texturen können heute auch ohne Tierleid erlebt werden. Diese Erweiterung stärkt die Entscheidungsfreiheit von uns allen.

Ob fürs Klima, die eigene Gesundheit oder aus Liebe zu den Tieren – die Hürden für die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung werden durch die Vielfalt an Produkten immer kleiner. Das hilft jeder und jedem Einzelnen, vor allem zu Beginn, auf Tierprodukte zu verzichten.

 

4. Contra: Kleine Firmen werden vom Markt verdrängt

Kleine vegane Firmen, die sich ganz der ethischen Produktion von Nahrungsmitteln verschrieben haben, haben es heutzutage nicht leicht, sich am Markt zu behaupten. Die grossen Konzerne beanspruchen die Plätze im Supermarktregal für sich und es bleibt wenig Platz für andere. Entsprechend wird es für kleine Firmen, die ohne grosses Marketingbudget oder starke Handelsbeziehungen auskommen müssen, immer schwieriger, sich einen langfristigen Platz im Sortiment der Grossverteiler zu sichern.

Die Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch beschreibt das folgendermassen: «Ein verrückter Effekt: Der Vegan-Boom wird womöglich dazu führen, dass gerade die rein vegan produzierenden Hersteller, die zudem meist einen ethisch motivierten Hintergrund haben, zugunsten der Tierleidprofiteure in Nischenbereichen – wie etwa Bio-Märkte – zurückgedrängt werden oder komplett vom Markt verschwinden.»

 

Die belgische Firma Alpro ist Teil des Nahrungsmittelkonzerns Danone.

 

5. Contra: Grosskonzerne handeln nicht aus ethischen Motiven

Bell und Emmi beteiligen sich am veganen Markt, weil sie in ihm einen Wachstumstreiber für ihre Umsätze sehen. So investieren sie zwar in vegane Innovationen, aber noch immer auch in Modernisierungen von Produktionsanlagen für Tierprodukte. Unsere finanzielle Unterstützung fördert also indirekt weiterhin die Ausbeutung von Tieren: Beim Kauf eines veganen Joghurts der Linie «Beleaf» zeigen wir Emmi, dass eine Nachfrage besteht, und wir uns ein Ausbau des Sortiments in diese Richtung wünschen, aber das Geld wird wohl kaum zweckgebunden reinvestiert. Es trägt schlussendlich zum allgemeinen Erfolg eines Unternehmens bei, das fast ausschliesslich mit Kuhmilch arbeitet. 

 

Fazit:

Ist es nun unterstützenswert, dass Fleisch- oder Milchkonzerne auch vegane Alternativen anbieten? Auf der einen Seite stehen die grossen Konzerne, die schon viel Leid für Tiere, Menschen und die Natur verursacht und damit viel Geld verdient haben. Geld, das sie jetzt einsetzen, um sich die Führung im veganen Markt zu sichern und damit die kleinen, veganen Pioniere verdrängen. Auf der anderen Seite ist eine Veränderung für Tiere und Umwelt im grossen Stil nur denkbar, wenn der Veganismus die Masse erreicht. Und das geht schneller, wenn die Grossen mitmachen. 

 

Was haltet ihr davon, wenn «nicht vegane» Nahrungsmittelkonzerne pflanzliche Produkte produzieren oder in vegane Start-ups investieren? Schreibt uns eure Meinung und diskutiert mit in den Kommentaren!

 

 

Kommentare

11 Antworten

  1. Wie so oft, glaube ich, es kommt auf die Balance an. Die Lebensmittelmultis haben die Power, die Massen zu mobilisieren und den Markt zu verändern. Aber das machen sie, weil die Pioniere den Trend setzen. Wir haben also durchaus eine Möglichkeit, die Richtung weiter zu bestimmen, indem wir ethisch motiviert vorangehen und das Schwungrad in Bewegung bringen. Bleiben wir dran und kaufen weiter im Rwformhaus, fair-trade, lokal und innovativ. So hinterlassen wir Spuren!

  2. Ich denke, dass es gut ist, dass es Neuveganer*innen leicht gemacht wird Ersatzprodukte zu kaufen. Allerdings wäre es schön, wenn sich die Menschen auch Gedanken machen würden woher ihr Essen kommt und wer hinter den ganzen Konzernen steckt. Ich kaufe fast nur Bioprodukte (leider gibt es hier in Deutschland noch keine richtig leckere Alternative zu Feta in Bioqualität, die Alternative zu griech. Käse von Soyana liebe ich zwar, aber halt nicht als Ersatz für Feta), ich kaufe keine Produkte von Unilever, Nestlé, Proctor&Gamble etc. Frisches Obst und Gemüse nur saisonal und ausser Bananen nur aus Europa. Ich versuche so plastikarm wie möglich einzukaufen, aber bei Bio-Räucher-Tofu klappt das schon nicht mehr. Ja @Andrea Graf, das fällt mir auch auf, auch in Foren von veganen Organisationen wird leider oft für Nestlé und Co. Werbung gemacht und wenn man darauf hinweist, wird man böse beschimpft, man solle doch froh sein, dass es die Produkte überhaupt gibt…

  3. Leider wird in Vegiheften immer wieder WErbung gemacht für VEgiProdukte von Nestlé + Co. (Marke nennt sich meist nicht Nestlé, das macht sie schwierig als Nestlé erkennbar).
    Schliesse mich Martin Hämmerles Haltung an: Nur BioProdukte kaufen.

  4. Ich glaube nicht, dass Grosskonzerne mit Fake Products ihre Tierprodukte querfinanzieren, denn sie müssen die veganen Produkte marktgerecht kalkulieren. Daher habe ich keine Bedenken, in Grossverteilern vegane Ersatzprodukte zu kaufen. Ich glaube viel mehr, dass die Fake Products sanft aber stetig die Tierprodukte aus den Regalen verdrängen werden. Ein Effekt, den Kleinstproduzenten und Alternativläden oder staatliche Regulierungen wie Zwangsveganmenus in staatsnahen Verpflegungsstätten nicht erreichen können. Lasst Forschung, Innovation und den Markt spielen! Plakativ sage ich: “Mit immer besserem Fake Chicken schliessen wir Tierfabriken”.

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