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«Man darf zwischendurch etwas auch nur aus Genuss essen»

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Die Vegane Gesellschaft Schweiz kooperiert in Zukunft mit der Fachgruppe für Vegetarische Ernährungsweisen des Schweizerischen Verbands der Ernährungsberater*innen (SVDE). Natalie Bez ist die Vorsitzende dieser Gruppe und erzählt uns im Interview, worauf man bei Alternativprodukten achten muss und wieso der Trend einer pflanzenbasierten Ernährung ihrerr Meinung nach weiter wachsen wird.

Natalie, was ist dein liebstes veganes Gericht?

Ich bin Fan von asiatisch: Ganz simpel Basmatireis, Tofu, Gemüse und Cashewnüssen. Das habe ich sehr gern.

Ernährst du dich selber auch vegan?

Meistens esse ich vegan, aber bin durchaus auch mal flexitarisch. Seit mehreren Jahren esse ich meistens schon vegan, mache aber auch mal Ausnahmen.

Viele ernähren sich vegan aus ethischen Gründen und möchten nicht auf das bereits bekannte Geschmackserlebnis verzichten, weshalb sie gerne auch zu Alternativprodukten greifen. Wie kann man sich gesund vegan ernähren, ohne aber auf solche Produkte zu verzichten?

Wenn Leute frisch auf vegan wechseln, dann sind diese Ersatzprodukte super. Die Geschmacksnerven und die Verdauung müssen sich erst an diese Umstellung gewöhnen, das heisst auch die Gewöhnung an mehr Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh kann eine Weile dauern. Deshalb sind diese Produkte für den Übergang super praktisch. Langfristig soll jedoch auf eine möglichst unverarbeitete Ernährungsweise geachtet werden, da vieler dieser Produkte aus gesundheitlicher Sicht nicht empfehlenswert sind. Trotzdem können diese Produkte auch langfristig durchaus gezielt verzehrt werden. Dabei kann man auf bestimmte Punkte achten, denn es gibt geeignetere und weniger geeignete Produkte. Grundsätzlich gilt, je unverarbeiteter ein Produkt, desto besser. Bei den Fleischalternativprodukten kann man sagen, dass man am besten jene wählt, die einen hohen Eiweissgehalt und einen tiefen Fettgehalt haben, und möglichst wenig verarbeitet sind, also die Zutatenliste möglichst kurz ist. Weiter hat Sojamilch einen viel höheren Proteingehalt als Reis- oder Hafermilch und ist zusätzlich auch noch mit Kalzium angereichert. Daher würde ich Sojamilch als Ersatzprodukt empfehlen, weil so das Protein und das Kalzium abgedeckt werden kann.

Es muss aber nicht jedes Lebensmittel eine Funktion erfüllen, man darf zwischendurch etwas auch nur aus Genuss essen. 

Die vegane Lebensweise hat in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen. Wie wird sich dieser Trend deiner Meinung nach in den nächsten Jahren entwickeln?

Ich denke, das wird sicher so weiter gehen. Es wird sich nicht nur die vegane Ernährung weiterentwickeln, sondern generell eine Ernährung durchsetzen, die für den ganzen Planeten nachhaltig ist. Das müsste nicht 100% vegan, aber grösstenteils pflanzlich sein .Wir müssen etwas machen, um der Klimakrise entgegenzusteuern, Darum muss sich irgendetwas an unserem Konsumverhalten verändern. Ich habe das Gefühl, dass sich nicht nur auf individueller Ebene etwas ändern muss, sondern auch auf politischer Ebene. Da sind wir jetzt natürlich dran, dass viel Ernährungsedukation und Aufklärungsarbeit passiert.

Du bist ja Vorsitzende der Fachgruppe für vegane und vegetarische Ernährung des Schweizerischen Verbands für Ernährungsberater*innen. Wieso hast du dich für diese Arbeit entscheiden?

Ursprünglich bin ich der Gruppe beigetreten, als ich noch im Studium war. Ich habe mich auch schon vor dem Studium mit dem Thema Veganismus stark auseinandergesetzt und mich dafür interessiert. Damals gab es noch viele Mythen und das Ganze wurde sehr kritisch betrachtet. Ich habe schon während dem Studium gemerkt, dass nicht alles negativ ist und dass ich da gerne mehr bewirken möchte. So bin ich dann dieser Gruppe beigetreten, was sehr cool war, weil alle die gleichen Interessen hatte. Die Gründerin wollte irgendwann die Leitung nicht weiter übernehmen, weil sie einen anderen Job angenommen hatte. Dann habe ich das übernommen, weil ich an der Berner Fachhochschule auch in der Forschung arbeite und das für mich eine gute Schnittstelle ist. Wenn wir in der Fachgruppe zum Beispiel ein Hilfsmittel produzieren, dann kann ich das nachher mit der Forschungsarbeit verknüpfen. Dinge, die in der Forschung erfahre, kann ich wieder in die Fachgruppe einfliessen lassen.

Was ist das Ziel dieser Fachgruppe?

Grundsätzlich ist das erste Ziel, dass wir für unseren Berufsverband Unterstützung bieten. Der Bereich Ernährung ist riesig und die meisten von uns arbeiten klinisch, also mit kranken Menschen.  Zudem haben nicht alle Zeit, sich in allen Bereichen zu spezialisieren. Unsere Aufgabe ist es, dass wir spezialisiert sind und dass wir unsere Informationen zusammengefasst auch den anderen zur Verfügung stellen können. Weiter wollen wir, dass unsere Berufsgruppe generell, aber auch unsere Fachgruppe unter der Allgemeinbevölkerung bekannter wird, Man kennt zwar Ernährungsberatende, aber der Titel ist nicht anerkannt. Das heisst, es kann sich jeder so nennen, egal ob und was für eine Ausbildung jemand hat. Wir vom SVDE haben alle mindestens eine Bachelor-Ausbildung oder einen Abschluss einer höheren Fachschule. Wir sind alle registriert und müssen gewisse Qualitätskriterien erfüllen. Das ist in der Allgemeinbevölkerung noch nicht  bekannt  und dies wollen wir ändern. 

Die Fachgruppe arbeitet nun mit der Veganen Gesellschaft zusammen. Was beinhaltet diese Kooperation und was erhofft ihr euch davon?

Einerseit hatten wir den Wunsch, dass wir eine Stimme bekommen. Andererseits wollten wir, dass die Gesundheitsinformationen, die rausgehen, abgeglichen sind mit dem, was wir in der Beratung auch empfehlen würden. Weil die vegane Ernährung oft kritisch betrachtet wird und dass aus mehreren Gründen auch berechtigt ist, ist es wichtig, dass die Leute eine Anlaufstelle haben, bei der sie eine Beratung erhalten können, die speziell darauf ausgerichtet ist.

Wie kann sich die vegane Ernährung auf die mentale Gesundheit auswirken? 

Das ist eine schwierige Frage. Es wird zwar untersucht, aber man weiss noch nicht viel. Was sich etwas zeigt ist, zum einen, dass Leute, die vegan essen, etwas mehr Depressionen haben, dafür weniger Ängste. Aber es ist alles sehr schwammig. Die Studienlage ist überhaupt nicht robust genug, um eine Aussage zu treffen. Da gibt es sehr viele Einflussfaktoren. Was man weiss, ist, dass eine gesunde, ausgewogene Ernährung einen gesundheitsfördernder Effekt hat, physisch wie auch mental. Und wenn die vegane Ernährung gesund gestaltet wird, kann man davon ausgehen, dass derselbe Effekt eintreten wird Jetzt hat sich aber gezeigt, dass eine vegane Ernährung nicht unbedingt gesund ist. Die verarbeiten Produkte muss man kritisch betrachten, weil es sich zeigt, dass Veganer mehr solche konsumieren als andere. Ungesundes Essen hat auch einen entsprechenden Einfluss auf den mentalen Zustand.

Ich würde weniger sagen, dass vegan zu einem besseren oder schlechteren mentalen Zustand führt, weil das weiss man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau. Man kann aber sagen, dass eine gesunde Ernährung, und somit auch eine gesunde vegane Ernährung, einen positiven Einfluss hat auf Körper und Geist.

Worauf achtet ihr euch bei eurer Ernährung?

Mehr Infos zum Schweizerischen Verband der Ernährungsberater*innen und zu der Fachgruppe für Vegetarische Ernährungsformen findet ihr hier.

Wusstest du, dass sich die Vegane Gesellschaft Schweiz aus Spenden und Mitgliedschaften finanziert? Unterstütze uns noch heute mit einer Mitgliedschaft und hilf uns, den Veganismus in der Schweiz mit professioneller Öffentlichkeitsarbeit und spannenden Projekten zu fördern!

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