Von Tradition zu Nachhaltigkeit: Warum wir die Jagd nicht brauchen

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Jahrhundertelang war die Jagd ein überlebenswichtiger Aktivitätszweig und eine wichtige Nahrungsquelle für die Menschheit. Doch in einer Welt, die zunehmend von Umweltbewusstsein und ethischem Verhalten geprägt ist, stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit der Jagd. In einer Zeit, in der alternative Nahrungsquellen reichlich vorhanden sind und wir ein immer besseres Verständnis für die Auswirkungen der Jagd auf die Tierwelt und die Umwelt entwickeln, stellt sich die berechtigte Frage: Brauchen wir die Jagd?

Kontraproduktive Populationskontrolle

Die Jagd wird oft als Mittel zur Regulierung von Wildtierpopulationen angesehen. Allerdings zeigen Studien, dass sie oft kontraproduktiv ist. Die Populationsentwicklung einer Tierart durchläuft drei Phasen: Anfangs wächst die Population langsam, dann kommt es zu einer Wachstumsphase, gefolgt von einer Stabilisierungsphase, in der die natürliche Selektion die Geburten- und Sterberate ausgleicht.

Trotz intensiver Bejagung bleiben die Wildtierpopulationen stabil oder wachsen sogar weiter an, da die Jagd die Populationen auf dem Niveau der Wachstumsphase hält. Die Jagd beeinflusst auch Altersstrukturen und soziale Gefüge, beschleunigt die Geschlechtsreife bei weiblichen Tieren und erhöht die Geburtenrate. Zusätzlich füttern Jäger*innen Wildtiere oft, um sie anzulocken, was die Population künstlich aufpäppelt. In einer Studie wurde festgestellt, dass für jedes getötete Wildschwein etwa 100 Kilogramm Mais verfüttert wurden, was mehr ist als in der Hausschweinemast verwendet wird.

Mehr Schaden als Nutzen

Die intensive Land- und Forstwirtschaft zerstört den Lebensraum von Wildtieren und untergräbt natürliche Regulationsmechanismen. Wildtiere werden oft als Störfaktor angesehen und gejagt, um vermeintliche Wildschäden zu reduzieren. Dieses Vorgehen ist kontraproduktiv, da es den Energiebedarf der überlebenden Tiere erhöht und mehr Schäden verursacht. Die Jagd beeinflusst auch die Waldökosysteme und erhöht das Risiko von Wildunfällen. In Wirklichkeit sind Tiere keine Bedrohung für natürliche Wälder und die Jagd trägt zur Umwandlung von Wäldern in Monokulturen bei.

Tollwutbekämpfung oder Krankheitsverbreitung?

Die Jagd wird ebenfalls oft mit der Notwendigkeit zur Bekämpfung von Krankheit wie Tollwut gerechtfertigt. Allerdings argumentieren Expert*innen, dass die Jagd die Krankheitsgefahr nicht verringert. Kranke Tiere sterben normalerweise schnell ohne menschliche Intervention, aber die Jagd kann die Ausbreitung von Krankheiten fördern, da sie Tierfamilien trennt und Tiere in bewohnte Gebiete treibt. Dies erhöht das Risiko, dass Krankheiten auf Hunde übertragen werden und somit das Ansteckungsrisiko für Menschen steigt. Zudem kann ein*e Jäger*in auf grosse Entfernungen nicht zuverlässig feststellen, ob ein Tier krank ist, da nur Tierärzt*innen dies beurteilen können. In der Schweiz gilt Tollwut bereits seit 1999 als ausgerottet.

Die Tierwelt ohne Jagd

Die Natur hat die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren. Wenn genug Nahrung vorhanden ist, wachsen Tierpopulationen, was wiederum den Nährstoffbedarf erhöht. Doch sobald das Nahrungsangebot knapper wird, sinken die Tierbestände auf natürliche Weise. Krankheiten und Wetterbedingungen spielen ebenfalls eine Rolle bei dieser Regulation.

In der Realität steht den Tieren jedoch aufgrund der intensiven Landwirtschaft immer genug Nahrung zur Verfügung, und Jäger*innen füttern sie sogar im Winter zusätzlich. Ironischerweise versuchen Jäger*innen, die steigende Anzahl von Tieren durch vermehrte Abschüsse zu kontrollieren. Dies führt jedoch oft zu einem Anstieg der Tierpopulationen, da die Jagd Familienstrukturen und das Sozialverhalten zerstört.

Die ständige Bedrohung durch Jäger*innen führt zu einer übermässigen Scheu vor Menschen und erschwert das Erleben von Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum. In Regionen, in denen nicht gejagt wird, wie in einigen Nationalparks, legen Tiere ihre Scheu oft ab und werden für Menschen sichtbarer und zugänglicher.

Die Tatsache, dass in Regionen ohne Jagd die Tierpopulationen stabil bleiben, zeigt, dass die Jagd nicht nur moralisch, sondern auch ökologisch in Frage gestellt werden muss. Es ist an der Zeit, alternative Ansätze zu erforschen, die den Schutz der Tierwelt und ihrer Lebensräume in den Vordergrund stellen und gleichzeitig den Respekt vor der Natur und ihren natürlichen Regulationsmechanismen fördern.

Argumente auf einen Blick

Ethik und Tierschutz: Viele Menschen betrachten die Jagd als grausam und unnötig, da sie Tieren unnötiges Leiden zufügt. Tiere können während des Jagdprozesses verletzt werden, bevor sie letztendlich getötet werden.

Nachhaltige Alternativen: In vielen Fällen gibt es nachhaltigere Alternativen zur Jagd, um die Tierpopulationen zu regulieren. Dazu gehören beispielsweise die Verwendung von Geburtenkontrolle bei Wildtieren und die Förderung natürlicher Raubtier-Beute-Beziehungen.

Ökosystem-Gesundheit: Einige argumentieren, dass die Jagd in Ökosystemen oft mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Das Entfernen von Raubtieren oder Beutetieren kann das Gleichgewicht in einem Ökosystem stören und zu unerwünschten Folgen führen.

Erhaltung bedrohter Arten: Die Jagd kann zur Dezimierung oder zum Aussterben von Tierarten beitragen, die bereits gefährdet sind. Einige Tierarten, die gejagt werden, sind bereits bedroht oder gefährdet.

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