Käse aus Cashews – Eine ökologische Alternative?

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Veganer Camembert aus Cashewkernen ist so cremig und fein wie der herkömmliche – doch wie steht es um dessen Ökobilanz? Welcher schneidet besser ab: Käse aus Bio-Kuhmilch oder Cashewkernen?

Egal ob Hartkäse oder Edelschimmel – vegane Alternativen aus Cashewkernen erobern die Supermärkte. New Roots hat Ende Mai 2019 sogar den Swiss Economic Award gewonnen. Nun wollte es Fabienne Frey, Studentin an der Uni Bern, in einer Praktikumsarbeit aber genauer wissen: Ist dieser vegane Käse nur eine ethischere oder auch eine ökologischere Alternative? Wir präsentieren euch hier die zusammengefassten Ergebnisse: 

Herstellung

Cashewkerne verursachen beim Anbau und der ersten Verarbeitung gemäss Eaternity pro Kilogramm 2.32 kg CO2 äq / kg, während Schweizer Bio-Milch bei 1.88  kg CO2 äq / kg liegt. Wenn man den Protein- und Fettgehalt miteinbezieht, dann sind Cashews aber ca. dreimal besser als die regionale Bio-Milch. Für die Produktion von 100g Camembert aus Cashews wird ausserdem viel weniger benötigt (70g) als beim herkömmlichen aus Milch (491g). Somit ist der CO2 Verbrauch natürlich auch nochmals kleiner. Für den Camembert aus Kuhmilch ergeben sich somit 6,53 kg CO2 äq / kg, für den Camembert aus Cashews 2,47 kg CO2 äq / kg.

Transport

Die Cashewkerne für den Käse von New Roots wachsen in Vietnam und werden per Schiff und Zug zur Schweizer Produktionsstätte transportiert. Cashews werden zwar nie eingeflogen, wenn dem aber so wäre, dann wäre die Ökobilanz deutlich weniger gut als die der Bio-Milch. 

Die Auswirkungen des Cashewanbaus

Cashewbäume dienen den Anbaugebieten als Erosionsschutz, als Nahrungsquelle für Wildtiere, zur Stabilisation von sandigen Böden, haben Potenzial zur Herstellung von Biodiesel und bedürfen keiner künstlichen Bewässerung und auch kaum Düngemittel oder Pestizide. Cashewkerne werden meistens in Indien und Vietnam extensiv und in Mischkulturen produziert. Es gibt auch Monokulturen, hauptsächlich in Afrika oder Brasilien, wo es möglich ist, dass extra für den Cashewanbau abgeholzt wurde. In dem Fall ist der Fussabdruck höher, die Cashews aus Brasilien produzieren laut eaternity 5.05 kg CO2 äq/kg.  

Die Auswirkungen der Milchproduktion

Auch Bio-Milch ist für die Umwelt nicht unbedenklich. Ein durchschnittlicher Biobauer belastet pro Fläche die Umwelt zwar weniger stark als ein konventioneller Bauer, aber er produziert pro Fläche auch weniger Output. Das gilt auch bei der Milch. Pro Liter sind die Umweltauswirkungen bei der Bio-Milch deshalb praktisch gleich gross. Das gilt insbesondere bei den Treibhausgasen. Dem Klima kann man bloss mit der Umstellung auf Bio also nicht helfen; es braucht eine Reduktion der konsumierten Menge – oder eben eine Umstellung auf pflanzliche Alternativen.

Zusammengefasst

Eindrücklich, aber wahr: Ökologisch betrachtet ist ein Camembert aus vietnamesischen Cashewkernen also tatsächlich die bessere Wahl als Käse aus regionaler Bio-Kuhmilch, was hauptsächlich an der hohen Verwertbarkeit der Cashewkerne und der schlechten Ökobilanz des Käse aus Kuhmilch liegt. Darüber hinaus gewinnt fermentierter Käse aus Nüssen gleich nochmals, denn er schmeckt nicht nur gut, er ist auch punkto Ethik eindeutig erste Wahl.

Kommentare

3 Antworten

  1. In dem Bericht fehlt der Hinweis auf die teilweise schlechten und gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen bei der Verarbeitung von Cashew-Kernen. Es ist wohl aber davon auszugehen, dass die Arbeitsbedingungen für die Bio-Cashews für die New Roots gut sind. Auf deren Homepage fand ich aber keinen Hinweis darauf.

    1. Von der new Roots Webseite: „Wir haben eine Farm gefunden, welche Cashewnüsse in bester Qualität verarbeitet und sich zudem vorbildlich um ihre Mitarbeitenden kümmert.

      Anstellungsbedingungen und Rechte werden nach strengen Richtlinien vierteljährlich kontrolliert.

      Die Cashewnüsse sind sonnengetrocknet. Bei unserem Besuch auf der Cashewfarm lernten wir vieles über den Anbau von Cashews.

      Sobald die Nüsse bei uns eintreffen, ist jeder Arbeitsschritt Handarbeit: Das Einweichen, das Mixen, das Füllen der Gussformen, das Ummanteln der frischen Produkte mit Kräutern, das Einlagern und Pflegen in den Reiferäumen und schliesslich das Abpacken. Wir arbeiten sorgfältig und grösstenteils von Hand.

      Schnellverfahren, wie sie in der industriellen Massenproduktion üblich sind, lehnen wir ab.“

  2. Der New Roots Camembert ist der absolute Hammer! Auch das Free the Goat Ricotta ist unglaublich. Wenn sie jetzt noch mit einem guten Gorgonzola und Blauschimmelkäse in vegan auffahren kriegen sie einen Oskar!

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