Wieso produziert Emmi ab 2020 eine vegane Produktlinie?

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Ende November 2019 wurde bekannt, dass der grösste Milchverarbeiter der Schweiz an einem veganen Kaffeegetränk arbeitet. Wieso setzt die Firma plötzlich auch auf Produkte ohne Kuhmilch? Und was kommt da noch? Wir haben bei Emmi nachgefragt.

 

Zuerst ein paar Facts zu Emmi:

  • Der grösste milchverarbeitende Betrieb der Schweiz
  • 3,5 Milliarden Umsatz
  • 6100 Angestellte
  • 50 Prozent des Umsatzes wird in der Schweiz, 50 Prozent im Ausland erwirtschaftet.
  • Emmi brachte den Caffè Latte 2004 auf den Markt. Es ist eines ihrer erfolgreichsten Produkte

Ein paar Facts zu Emmis veganen Plänen:

  • Bereits seit 2013 produziert Emmi vegane Produkte für die Marke Karma (Coop).
  • 2019 hat Emmi den österreichischen Betrieb Leeb übernommen, der unter der Marke My Love – My Life vegane Milchprodukte vertreibt.
  • 2020 lanciert Emmi erstmals eine eigene vegane Produktlinie. Damit möchte Emmi nach eigenen Angaben nicht eine Alternative zu Kuhmilchprodukten, sondern zu ausländischen veganen Produkten bieten

 

Ist das der Anfang einer veganen Produktlinie von Emmi?

Katharina Wind, Business Development Manager Dairy Alternatives bei Emmi, hat uns schriftlich dazu geantwortet: Nebst dem Caffè Drink Almond wird Emmi nächstes Jahr eine vegane Produktlinie einführen. Konkrete Details zu den Produkten werden wir Anfang 2020 kommunizieren. Die Lancierung ist auf März 2020 geplant. 

Wann und wie kam es dazu, dass Emmi sich für eine eigene vegane Produktlinie entschieden hat?

Wir stellen schon seit den 1990er-Jahren eine Vielzahl von pflanzlichen Produkten für unsere Kunden her. Dies ist möglich, da Entwicklungs-, Herstellungs- und Abfüllprozesse bei Milchprodukten und pflanzenbasierten Alternativprodukten sehr ähnlich sind. Nachdem vegane  Alternativen über lange Zeit nur eine Randerscheinung waren, besteht nun kaum Zweifel daran, dass diese Nische in den kommenden Jahren auch in der Schweiz wachsen wird. Unter diesen Umständen lohnt es sich für uns, in den Aufbau einer eigenen Marke und die Entwicklung von qualitativ hochstehenden, geschmacklich tollen, veganen Produkten zu investieren.

Gab es innerhalb von Emmi auch Gegenstimmen? Wie konnten diese überzeugt werden, neue Wege zu gehen?

Hinter diesem wohl überlegten Entscheid steht das gesamte Unternehmen. Es ist uns jedoch bewusst, dass die meisten Bauern keine Freude an veganen Alternativprodukten haben. Wir sind jedoch überzeugt, dass sich einerseits dieser Trend nicht aufhalten lässt und andererseits vegane Alternativen keine grosse Bedrohung für Schweizer Milchprodukte darstellen. Wenn wir die Mengen anschauen, dann müssen die Schweizer Milchbauern vor allem vor günstigen Importmilchprodukten Angst haben. Deshalb können wir den Milchbauern – den Mehrheitseigentümern von Emmi – versprechen: Schweizer Milch wird für Emmi auch in Zukunft der mit Abstand wichtigste Rohstoff sein. Die Einführung einer veganen Produktlinie wird darauf keinerlei Einfluss haben. Sollten sich die veganen Emmi-Produkte am Markt durchsetzen, werden sie dort wohl ausländische Vegan-Produkte verdrängen und nicht Schweizer Milchprodukte.

 

Keine Konkurrenz?

Zwar schreibt Emmi, dass die veganen Produkte keine Konkurrenz zu Kuhmilchprodukten darstellen werden. Da sind wir uns nicht so sicher – neben der steigenden Anzahl Veganer*innen, ernährt sich auch eine wachsende Gruppe von Personen teilweise pflanzlich. Dieses Bedürfnis für vegane Produkte erkennen die Lebensmittelproduzenten langsam. Selbst der CEO von Emmi, Urs Riedener, sprach das in einem Interview mit 20 Minuten an: «Nahrungsmittelhersteller sollten sich doch immer am Lebensstil der Konsumenten orientieren, um erfolgreich zu sein.» 

Es scheint, als befände sich Emmi in einem Dilemma: Einerseits gehören sie den Schweizer Bäuerinnen und Bauern und sind den Milchproduzent*innen verpflichtet. Andererseits kann es sich ein so grosser Betrieb eigentlich nicht leisten, bei einer derartigen Marktentwicklung nicht mitzuziehen. Das würde erklären, warum es so lange gebraucht hat, bis Emmi mit eigenen veganen Produkten mitmischt.
Ob diese neue Produktlinie die Kuhmilchprodukte oder doch die ausländischen veganen Produkte konkurrenzieren werden, wird die Zeit zeigen. Uns freut es auf jeden Fall, dass sich das vegane Angebot in der Schweiz vergrössert! (Wieso wir feiern, wenn nicht-vegane Betriebe ihr veganes Angebot erweitern? Das haben wir hier in 7 Punkten dargelegt.)


Grosse Werbekampagne

Der «Emmi Caffé Drink Almond Macchiato» wird ab dem neuen Jahr mit «umfassenden Kommunikationsmassnahmen beworben, die den Verkauf fördern sollen.»  schreibt Emmi Deutschland in einer Medienmitteilung. So sind nebst einer Werbekampagne im öffentlichen Raum auch Anzeigen, Coupon-Aktionen und Social-Media-Aktionen geplant. 

Der Kafi kommt im 230-ml-Becher und ist ab März 2020 im Handel erhältlich. Der Preis wird in Deutschland bei € 1,99 liegen, der Schweizer Preis ist noch nicht bekannt. 

 

 

Kommentare

2 Antworten

  1. Ich habe den Emmi Kaffee entdeckt und kaufe 8 Stück jede Woche. Ich nehme sie mit der Halterung mit. Der schwarze Becher ist alles andere als schmackhaft!

  2. Toller Artikel! Vegane Fertiglattés schmeckten mir bisher noch nie. Gerade mit Mandelmilch sind sie mir oft zu marzipanig oder wässrig. Zuhause mische ich guten Kaffee, Sojamilch und Zucker und habe einen top Latté. Ich sehe nicht wo die Schwierigkeit liegt, aber wenn es jemand hinkriegen sollte dann Emmi!

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