Wie gesund ist Fisch? Wir schauen genauer hin

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Wusstest du, dass die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als 1x im Monat Fisch zu essen?¹ Das basiert aufgrund ökologischer Bedenken. Wir haben 7 Punkte aufgelistet, weshalb Fischkonsum aber auch gesundheitlich nicht ganz unbedenklich ist.

 

1. Fisch und Meeresfrüchte speichern Giftstoffe

Giftstoffe gelangen aus verschiedenen Quellen in unsere Gewässer, beispielsweise durch:

  • intensive Landwirtschaft
  • Gewässerverschmutzung durch Industrie und Abwasser
  • Plastikabfälle
  • Förderung von fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Öl.

 

Diese Giftstoffe gelangen in die in die Körper von Fischen und Meeresfrüchten. 

Fische nehmen diese Schadstoffe über die Kiemen, die Haut und über ihre Nahrung auf, während Muscheln das Wasser filtern, um an Plankton zu gelangen. Dabei arbeiten Muscheln ähnlich wie eine Kläranlage – sie reinigen das Wasser, nehmen aber gleichzeitig die Giftstoffe auf. Chemische Substanzen oder Schwermetalle können sich so im Laufe der Jahre im Fettgewebe der Fische und Meeresfrüchte anreichern. Wer diese Tiere – auch durchgegart – konsumiert, nimmt diese Giftstoffe also zu sich.

 

2. Pestizide und Industriegifte gelangen als Cocktail in unsere Nahrung

In vielen beliebten Speisefischen wie Thunfisch, Hering oder Lachs können Chemikalien nachgewiesen werden. So finden sich beispielsweise Rückstände von Substanzen aus der Holzbehandlung oder chemischen Putzmitteln, Flammschutzmitteln, hochgiftigen Insektiziden oder Abfallstoffen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe in den Fischen wieder. 

Das birgt Probleme für unsere Gesundheit. Verschiedene dieser Substanzen stehen im Verdacht, Krebs zu erregen, Erbgut zu verändern, unsere Nerven und das Immunsystem zu schädigen, sowie die Entwicklung von Embryos zu stören.²

Es gibt zwar teilweise Grenzwerte für einzelne Pestizide oder Industriegifte im Fisch – doch nehmen wir in der Realität nicht nur einzelne Substanzen auf, sondern meistens ganze Cocktails an Chemikalien. Was das für unsere Gesundheit bedeutet, ist noch zu wenig untersucht.³

 

 

3. Die verbotene Chemikalie PCB wurde schon länger nachgewiesen

PCB steht für polychloriertes Biphenylen und wurde früher in Flammschutzmitteln und zum Teil auch als Weichmacher für Plastik verwendet. Aufgrund seiner gesundheitsschädlichen Wirkung wurde der Stoff 2001 weltweit verboten. 

Trotz dieses Verbots ist PCB auch noch heute im Fettgewebe von Fischen nachweisbar. Besonders die chronische Aufnahme über eine längere Zeit kann gefährlich für die menschliche Gesundheit sein, weil unser Körper den Stoff nur langsam abbauen kann.

Auf Anfrage schreibt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV:

 «Der Konsum von mehr als 1-2 Portionen Fisch pro Woche könnte sich aufgrund möglicher Schadstoffbelastungen mit PCB, Dioxinen oder Methylquecksilber negativ auf die Gesundheit auswirken. Wie bei anderen Ernährungsempfehlungen sollte auch beim Fischkonsum auf Abwechslung geachtet werden, da nicht alle Fischarten gleich stark mit Schwermetallen oder Dioxinen belastet sind.»

 

4. Quecksilber führt zu schleichenden Vergiftungen

Quecksilber ist ein hochwirksames Nervengift, das bereits in kleinen Dosen irreversible Schäden anrichten kann. Die häufigsten Quellen für eine Aufnahme von Quecksilber sind Amalgamfüllungen und der Konsum von Fisch. Das Methylquecksilber aus der Nahrung wird vom Körper besonders leicht aufgenommen, weil es gut aus dem Darm resorbiert werden kann.  

Speziell gefährlich ist Quecksilber für die Hirnentwicklung bei Neugeborenen und dem Fötus in der Schwangerschaft. In einem Bericht von Greenpeace wird Prof. Dr. Ellen Fritsch von der Universität Leibnitz mit folgendem Statement zitiert: «Quecksilber ist für das sich entwickelnde Zentralnervensystem eine der giftigsten Substanzen, die es gibt.»

Das BLV empfiehlt daher Schwangeren und Stillenden den Verzehr von Fischarten, welche stärker mit Quecksilber belastet sind, zu vermeiden. Das gilt insbesondere für Marlin (Speerfisch), Schwertfisch, Hai, Ostseelachs und Ostseehering. Zudem soll frischer Thunfisch und ausländischer Hecht höchstens 1× pro Woche gegessen werden.

Das Problem bei Schwermetallen wie Quecksilber oder Blei ist, dass unser Körper sie nicht einfach so ausscheiden kann und diese sich nach und nach in unserem Organismus anreichern. Dies kann auch längerfristig zu Vergiftungserscheinungen führen, wenn sich mehr und mehr der Substanz im Körper einlagert. 

 

 

5. Mikroplastik belastet die Meeresbewohner und den menschlichen Körper

Die Belastung der Meere mit Plastik ist mittlerweile ein globales Problem. Mikroplastikpartikel lassen sich mittlerweile sogar in der Tiefsee und den Polarmeeren nachweisen. Aufgrund ihrer Allgegenwärtigkeit gelangen immer mehr dieser Partikel in den Organismus der Meeresbewohner. 

Fische nehmen Mikroplastik vor allem über ihre Nahrung auf, zum Beispiel über kontaminierte Beutetiere oder weil sie die Plastikpartikel mit Nahrung verwechseln. So haben heute je nach Region bis zu drei Viertel der Fischpopulation Mikroplastik in ihrem Verdauungstrakt. Noch höher als beim Fisch sind die Werte bei Schalentieren und Muscheln. So wurden beispielsweise bei einer Untersuchung im schottischen Küstengebiet in über 80% der Hummer-Proben Plastikfasern gefunden.² Eine Thurgauer Maturaarbeit fand in 18 von 24 Fischen im Bodensee Mikroplastik im Magen.

Das Problem mit Mikroplastik für die Gesundheit sind vor allem die chemischen Substanzen, die sich im Plastik befinden, wie z.B. Weichmacher. Diese sind beispielsweise. dafür bekannt, dass sie hormonaktiv wirken und negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben können.

Beim Zerfall der Plastikpartikel werden die im Plastik vorhandenen Chemikalien nach und nach freigesetzt. So gelangen sie in die Umwelt und die Nahrungskette. Zudem kann die Oberfläche der kleinen Plastikpartikel zusätzliche gesundheitsschädliche Schadstoffe aus dem Wasser anziehen, an sich binden und an einem anderen Ort wieder freigeben.

 

 

6. Massentierhaltung unter Wasser mit Medikamenteneinsatz

Um den steigenden Appetit des Menschen nach Fisch zu stillen, werden immer mehr Fische in sogenannten Aquakulturen aufgezogen und gemästet. Manchmal sind das mit Wasser gefüllte Gruben oder käfigartige Behälter im Meer, in denen der Zuchtfisch gehalten wird. Diese Art der Fischzucht hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, wie die Massentierhaltung von Vieh oder Hühnern. 

Viele Fische drängen sich auf engstem Raum zusammen. Stress, Fäkalien und schlechte Wasserqualität machen die Fische anfälliger für Krankheiten und Parasiten. Um dem vorzubeugen, werden diese Fische häufig mit Antibiotika und Pestiziden behandelt. Bei einer Untersuchung in Deutschland fanden die Prüfer in manchen Fischproben aus Zuchtbetrieben Rückstände zahlreicher Medikamente, darunter sogar eines, welches in der Fischzucht nicht erlaubt ist. Der grosse Medikamenteneinsatz in der Tierhaltung fördert Resistenzen und ist somit auch eine Gefahr für die menschliche Gesundheit. 

 

7. Auch Schweizer Gewässer sind belastet

Nun denkt man gerne, dass das vor allem für importierten Fisch gilt. Aber auch in Schweizer Gewässern haben sich schädliche Substanzen wie PCB oder Pestizide angereichert.

  Inwieweit diese auch im Fisch zu finden sind, zeigt eine Untersuchung des WWF Schweiz. In allen Fischproben aus unterschiedlichen Orten der Schweiz konnten Pestizide oder deren Abbauprodukte nachgewiesen werden.¹⁰

Um die Gesamtbelastung der Schweizer Fischpopulation mit Sicherheit einschätzen zu können, braucht es aber noch weiterführende Studien.

 

Fazit

Fisch wird als gesund gehandelt, weil er ein guter Lieferant an Omega-3-Fettsäuren, Jod und weiteren Vitamine und Spurenelemente wie Selen und Vitamin B12 ist. All diese Nährstoffe können auch problemlos über eine pflanzenbasierte Ernährung gedeckt werden (Mit Ausnahme von Vitamin B12 – lies hier mehr darüber, weshalb du B12 in jedem Fall supplementieren solltest). Natürlich ist nicht jeder Fisch mehrfach belastet, sodass er nicht pauschal als ungesundes Lebensmittel klassifiziert werden kann. Doch die zunehmende Schadstoffbelastung im Fisch ist ein besorgniserregender Punkt, der in der Wissenschaft und Politik intensiverer Beobachtung bedarf.

Die Entscheidung, ob man Fisch essen möchte, sollte aber nicht nur anhand der gesundheitlichen Aspekte getroffen werden. Wusstest du, dass Fische auch Schmerz empfinden? Und dass durch die Überfischung der Weltmeere schon über 90% der Meeresraubtiere verschwunden sind, so dass auch Thunfisch mittlerweile vom Aussterben bedroht ist?¹¹

Glücklicherweise gibt es mittlerweile tolle Alternativen für Fisch und Meeresfrüchte, wie Vuna (Coop), vegane Fischstäbchen (Migros) oder Rüeblilachs (online erhältlich), so dass du die Meeresbewohner schützen kannst, ohne auf den gewohnten Geschmack verzichten zu müssen. 

Bei einer Ernährung ohne Fisch und Meeresfrüchte gibt es zwei Nährstoffe, über die du Bescheid wissen solltest: Jod und Omega-3 DHA-Fettsäuren. Fischprodukte gehören zu den bekanntesten Quellen, doch es gibt auch genügend pflanzliche Lebensmittel, mit denen du deinen Bedarf gut decken kannst. Welche das sind, erfährst du in unserem Artikeln über  Omega-3-Fettsäuren

 

 

Quellen:

¹ Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, Empfehlungen zum ausgewogenen und genussvollen Essen und Trinken für Erwachsene, S.15,  www.sge-ssn.ch/media/sge_pyramid_long_D_2020.pdf

² Plastik in Fisch und Meeresfrüchten, Greenpeace Research Laboratories, 2016:  www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s01872_greenpeace_report_plastik_in_fisch_10_16.pdf

³ https://issuu.com/gabriella.braendli/docs/studie_pestizidgrenzwerte 

  https://www.swissinfo.ch/ger/gesellschaft/-die-folgen-von-pcb-wurden-unterschaetzt-/8494514

 https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/greenpeace-studie-quecksilber-kohle-31032015.pdf 

https://www.sge-ssn.ch/media/Broschure-BLV-SchwangerschaftStillzeit-2015.pdf 

⁷ https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/frauenfeld/drei-viertel-der-fische-im-bodensee-haben-plastik-im-bauch-ld.1083045

 https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/fische-aus-zuchtanlagen-stark-mit-medikamenten-belastet-a-1031675.html 

⁹ BAFU, Polychlorierte Biphenyle (PCB) in Gewässern der Schweiz, 2010

¹⁰ https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/pestizide-in-schweizer-fischen-gefunden/story/25985036 

¹¹ https://www.greenpeace.de/themen/meere/steigender-fischkonsum-auf-kosten-der-meere

 

Kommentare

Eine Antwort

  1. Danke für den interessanten Artikel – er bestätigt meine Vermutung….
    meine beiden älteren Katzen, die auf dem Weg sind, vegan zu werden, liebten bisher immer wieder einmal Thunfisch aus der Dose.
    Seit längerer Zeit riechen sie daran und verwerfen ihn deutlich mit einer Vorderpfote oder lassen ihn stehen.
    Der Fisch ist für Menschen gedacht und diese essen ihn im guten Glauben, dass er in Ordnung ist.

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