Souverän vegan – so hältst du Gegenargumenten stand

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Veganismus wird oft von Menschen, die ihm kritisch gegenüberstehen, zu diskreditieren versucht. Grund dafür ist meistens, dass jene Menschen sich von Veganer*innen moralisch angegriffen fühlen und dann mit allen Mitteln etwas Negatives an der veganen Ernährungsweise finden wollen. Gastbloggerin Doris stellt dir gängige Argumente vor und wie du sie entkräften kannst.

Aber ich esse nur Eier von Hühnern aus meinem Garten

Hühner legen Eier – soweit, so faktisch richtig. Vor vielen Jahrzenten legte das Urhuhn jährlich maximal 12 Eier. Über die Jahrhunderte wurde es zu einer Legemaschine mit einer Legekraft von bis zu 300 Eier pro Jahr verzüchtet – das ist fast täglich ein Ei! Eier legen auch Hühner, die auf Gnadenhöfen leben. Es ist eine Art Eisprung und ihre Form der Periode. Der Unterschied besteht jedoch darin, ob die Hühner ihre Eier behalten dürfen, oder ob sie ihnen weggenommen werden. Auch wenn die Eier nicht befruchtet werden, so sitzen die Hennen, ihrem Instinkt folgend, auf ihnen und versuchen sie auszubrüten. Werden sie ihnen regelmässig weggenommen, legen Hennen weiter Eier. Es wäre natürlicher und tierfreundlicher, die Eier dem Huhn einfach zu überlassen. 

Eier enthalten darüber hinaus wichtige Nährstoffe, welche die Henne über das Legen verloren hat (ebenso wie bei der menschlichen Periode). Schlüpft aus dem Ei kein Küken, so essen die Hennen oft das Ei (inklusive Schale mit hohen Calcium-Anteil). Viele Gnadenhöfe füttern darum Eier an ihre geretteten Hühner zurück. 

Auch wenn es den Hühnern, die in einer kleinen Gruppe im Garten leben, deutlich besser geht als in Massentierhaltung – das steht ausser Frage – sieht man sie immer noch als Lebewesen, die einen gewissen Nutzen für den Menschen darstellen. Sie produzieren, indem sie Eier legen. Ausserdem unterstützt der Kauf einer Legehenne das ganze grausame System, das zum Beispiel männliche Küken schreddert. 

Auf der anderen Seite ist man, wenn man die Eier aus dem eigenen Garten konsumiert, wahrscheinlich auch nicht abgeneigt, andere Lebensmittel, die Eier enthalten, die aber nicht aus dem eigenen Garten stammen, zu essen. So gibt es nach wie vor eine Nachfrage nach Eiern und die Tierfabriken werden bestehen bleiben.

Aber Tiere töten sich doch auch gegenseitig

Ebenfalls ein Klassiker unter den Argumenten, die Fleischessen zu legitimieren versuchen, ist, dass Tiere sich doch auch gegenseitig töten – dann könnten Menschen das doch auch tun, oder? Hier treffen unterschiedliche Argumente aufeinander, die alle unterschiedlich problematisch sind, also legen wir los.

Wenn der Löwe eine Antilope jagt und tötet, tut er das aus einem Überlebensinstinkt heraus. Der menschliche Fleischkonsum ist hingegen eine bewusste Entscheidung, während Tiere nach ihrem Instinkt und Trieb handeln. Die meisten Menschen haben ein Gewissen, sie können moralisch handeln und ihre Entscheidungen abwiegen. Tiere können das nicht. Während Raubtiere, die in der freien Wildbahn leben, auf Nahrung in Form von anderen Tieren angewiesen sind, so trifft das ebenfalls nicht auf den Menschen zu. Bei vielen Tieren ist es also «natürlich», aber das muss es nicht notwendigerweise moralisch rechtfertigen. Würde das eigene Haustier einem wilden Tier zum Opfer fallen, würde man vermutlich versuchen, einzugreifen und die «Natur» nicht sich selbst überlassen. Zudem basieren auch andere diskriminierende Argumente darauf, dass es in der «Natur» von etwas läge, wie zum Beispiel bei sexistischen Aussagen. 

Bei diesem Argument fällt zudem auf, dass sich der Mensch auf einmal mit anderen Tieren vergleicht, während er sich sonst von ihnen in ihrem Verhalten distanziert. Tiere schlafen auch im Freien oder ermorden sich gegenseitig – das tun Menschen meist ebenso wenig. Wenn es uns also passt, dienen nicht-menschliche Tiere als moralische Richtschnur für menschliche Tiere. In anderen Fällen sperren wir sie in kleine Käfige und beuten sie ein Leben lang aus: es grüsst die Doppelmoral.

Aber die Kühe müssen doch gemolken werden!

Veganer*innen verzichten, im Gegensatz zu Vegetarier*innen, auch auf sämtliche Milchprodukte. Während viele Menschen nachvollziehen können, warum man keine toten Tiere essen möchte, ist das bei Milch oft nicht der Fall. Denn Milch fügt doch kein Leid zu, da Kühe doch gemolken werden müssen, oder? Leider sieht die Realität ganz anders aus.

Vielleicht hast du schon mal die Formulierung gehört: «Kühe geben Milch.» Das ist Argument mit speziesistischer Sprache rechtfertigt nicht nur die Ausbeutung von nicht-menschlichen Tiere, sondern verharmlost auch die Brutalität der Milchindustrie. Kühe geben ebenso wenig Milch wie Menschen es tun, denn beide sind Säugetiere. Säugetiere produzieren nur dann Milch, wenn sie Nachwuchs bekommen. Damit eine Kuh Milch bilden kann, muss sie erst trächtig werden. In der industriellen Tierhaltung wird sie entweder künstlich besamt oder von einem Stier gedeckt. All das ist ein brutaler Akt, dem die Kuh ausgeliefert ist – und das ist erst der Anfang. Nach etwa 9 Monaten bringt die Kuh ein Kalb zur Welt und die beiden haben ein sehr enges Band zueinander aufgebaut. Doch da die Milch nicht für das Kalb bestimmt ist, werden die beiden am Tag nach der Geburt voneinander getrennt – und rufen noch tagelang nacheinander. Diese Rufe lassen wirklich das Blut in den Adern gefrieren. 

Die Kuh wird anschliessend täglich an eine Melkmaschine angeschlossen, sodass die Milchproduktion aufrechterhalten wird. Damit die Kuh auch einen ausreichenden «Nutzen» darstellt, wird das ganze Prozedere, von künstlicher Besamung bis hin zur Trennung vom Kalb, mehrmals wiederholt. Irgendwann ist die Kuh schliesslich zu alt, meistens nach 5 Jahren, und wird «entsorgt». Ihr wird nicht mal vergönnt, ein friedliches Lebensende auf einer Weide zu verbringen – ausser sie hat Glück und landet auf einem Gnadenhof.

Um auf das ursprüngliche Argument zurückzukommen: Kühe müssen nicht gemolken werden und sie geben auch keine Milch. Werden sie von ihrem Kind getrennt, muss natürlich die Milch aus abgepumpt werden – das wäre bei anderen Säugetieren genauso. Das rechtfertigt aber keinen dieser brutalen Schritte.  

Aber Menschen sind doch Omnivore

Fleischessen sei also natürlich, so ist die Behauptung, wenn Menschen als Omnivore, als Alles(fr)essende bezeichnet werden. So einfach ist das aber nicht, denn die Einstufung des Menschen in eine der Kategorien, Karnivore (Fleischfresser), Omnivore (Allesfresser), Herbivore (Pflanzenfresser) oder Frugivore (Fruchtfresser), ist gar nicht so einfach.   

Der Mensch gilt als Jäger und Sammler, was diese Theorie unterstützen würde. Allerdings lässt diese Bezeichnung die quantitative Aufteilung der Kost aussen vor. Vermutlich haben unsere Vorfahren in der Steinzeit nämlich vor allem Pflanzen gegessen und Fleisch stand nur sehr selten auf dem Speiseplan. Es wird gemutmasst, dass Fleisch erst seit der Eiszeit gegessen wird, um lebensnotwenige Körperfunktionen aufrecht zu erhalten – ausserdem waren Pflanzen hier seltener zu finden. 

Betrachtet man den menschlichen Körper, so weist der Mensch mehr Ähnlichkeiten mit Frugivoren auf. Zu ihnen gehören manche Affen oder Vögel, die Obst, Gemüse, Samen, Nüsse und manchmal auch Insekten essen. Karnivore haben zum Beispiel einen sehr hohen Schlafbedarf (bis zu 20h am Tag), Frugivore hingegen einen geringeren. Auch sind die Zähne im menschlichen Gebiss sehr stumpf und könnten kaum rohes Fleisch zerbeissen. Unser Darm ist ebenfalls länger als der von Karni- oder Omnivoren, damit pflanzliche Nahrung verdaut werden kann. Das Argument der Omnivore bezieht sich primär auf das Gebiss und den Darm, auch wenn zum Beispiel die Oberfläche der Zunge oder der pH-Wert des Urins ebenso eine Rolle spielen. Allerdings würde zum Beispiel ohne Ballaststoffe, die nur in Pflanzen vorkommen, unsere Verdauung nicht funktionieren. Ausschliesslich von tierischen Lebensmitteln könnten wir uns kaum ernähren, mit pflanzlichen aber schon. 

Ausser Diskussion steht, dass unser Körper sowohl pflanzliche als auch tierische Lebensmittel verdauen kann. Doch müssen wir das? Während wir vor Jahrtausenden vielleicht noch auf tierische Kost angewiesen waren, so sind wir das heute in den meisten Ländern der Welt nicht mehr. Denn der Mensch war und ist wahrscheinlich immer schon grösstenteils ein Frugivore, der auch tierische Produkte verdauen kann – es aber nicht muss.

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